Feuerwehr im Großeinsatz

Feuerwehr: Großbrand in Marienfelde gelöscht

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Chemikalien brennen in Marienfelde - Karsten Göwecke erklärt die Lage

Karsten Göwecke, Vertreter des Landesbranddirektors der Feuerwehr Berlin, äußert sich zum Brand in Marienfelde.

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Ein metallverarbeitender Betrieb brannte. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung. Anwohner mussten Fenster und Türen schließen.

  • Der Großbrand in Berlin-Marienfelde ist am Freitagvormittag gelöscht worden. Das Feuer war am Donnerstagabend ausgebrochen.
  • In einem metallverarbeitenden Betrieb waren Bäder mit Chemikalien in Brand geraten.
  • Die Berliner Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Großbrand in Marienfelde zu bekämpfen.
  • Die Brandbekämpfung dauerte die ganze Nacht bis zum Freitagvormittag.
  • Laut Berliner Feuerwehr war der beim Großbrand entstehende Rauch trotz des beißenden Geruchs nicht gesundheitsgefährdend.

Berlin. Für die Berliner Feuerwehr ist es einer der größten Einsätze der vergangenen Monate gewesen. Der Brand in einer metallverarbeitenden Fabrik in Marienfelde konnte erst nach mehr als 15 Stunden gelöscht werden. Während des Einsatzes sind gefährliche Stoffe ausgetreten. Anwohner mussten ihre Fenster geschlossen halten. Betroffen war ein Umkreis von etwa drei Kilometern rund um die Motzener Straße.

Der Brand war am Donnerstagabend gegen 20 Uhr ausgebrochen. In der Nacht hatte eine 5000 Quadratmeter große Fabrikhalle, in der Behälter mit Säuren und Laugen gelagert wurden, Feuer gefangen. Eine Schadstoffwolke entwich aus der Halle. Gesundheitsgefährdende Grenzwerte wurden laut Feuerwehr aber nicht überschritten. Die Anwohner sollten aber dennoch Fenster und Türen geschlossen halten.

62 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft an der Motzener Straße mussten ihre Unterkunft verlassen und wurden zunächst in einem BVG-Bus auf einem Gelände der Polizei durch das DRK betreut. Im Anschluss wurden sie in einem Hotel untergebracht. Bis zu 170 Feuerwehrleute waren in der Nacht gleichzeitig im Einsatz.

Großbrand in Marienfelde - die Bilder

Feuer in Marienfelde: Feuerwehr musste Fahrzeuge in Sicherheit bringen

Die Feuerwehr sprach wegen der Chemikalien in der Galvanik-Fabrik, in der Metalle bearbeitet und beschichtet werden, von einem gefährlichen und schwierigen Einsatz. Kurzfristig mussten Einsatzfahrzeuge in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde aber niemand.

Die Gefahr bestand darin, dass in der Halle durch den Brand verschiedene Chemikalien hätten reagieren oder giftige Gase entstehen können. Man müsse daher mit besonderer Vorsicht löschen, erklärte ein Sprecher während des Einsatzes. Die Feuerwehrleute trugen zum Teil spezielle Schutzanzüge. Über hohe Leitern und Gelenkmasten wurden Wasserschläuche über das Dach bis in die Nähe der Flammen geführt, so der Sprecher. Die Ursache des Feuers war vorerst unklar.

Neben der Brandbekämpfung lag ein weiterer Hauptschwerpunkt in umfangreichen Gefahrstoffmessungen. Diese wurden großräumig im Umfeld der Einsatzstelle an verschiedenen Punkten durch Spezialfahrzeuge durchgeführt. Die Messung habe ergeben, dass keine Gefahr für die Bevölkerung vorlag, teilte die Feuerwehr weiter mit. Schwierig sei auch der Umgang mit dem Löschwasser, das verschmutzt sei, aber nicht ins Abwasser gelangen dürfe und wieder aufgefangen werden müsse, so ein Sprecher weiter. Dazu wurden auch Sandsäcke ausgelegt.

Feuer in Marienfelde: Feuerwehr rückte mit Großaufgebot aus

Bei der Produktionshalle handelte sich um einen sogenannten Störfallbetrieb: Eine Einrichtung, in welcher große Mengen Gefahrstoffe verarbeitet und gelagert werden. Diese Einrichtung unterliegt der Störfallverordnung. Aus diesem Grund rückte die Berliner Feuerwehr bereits am Abend und von sich aus mit einem Großaufgebot aus.

Aufgrund des hohen Personalbedarfs wurden alle Kräfte der Freiwillige Feuerwehren in den Dienst gerufen, wie die Feuerwehr weiter mitteilte. Diese unterstützten einerseits an der Einsatzstelle und besetzten andererseits Fahrzeuge auf Wachgebäuden. Denn durch den Brand in Marienfelde waren viele Feuerwehrkräfte gebunden und fehlten für andere Notrufe.

Die Anwohner in Marienfelde und im angrenzenden Lichtenrade sollten auch am Freitag zunächst noch Fenster und Türen geschlossen halten. Auch Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden. Die Rauchschwaden über den Ortsteilen im Süden Berlins waren weithin sichtbar. Die Warnungen über die Apps Nina und Katwarn wurden am Freitagmittag aber aufgehoben. „Alle Messungen der Spezialfahrzeuge ergaben, dass keine Gefahr besteht“, teilte die Berliner Feuerwehr noch einmal mit. Der Rauch sei zudem eher in unbewohnte Gebiete abgezogen.

Anwohner berichten von „sehr vielen“ Einsatzkräften

Mehrere Anwohner hatten von dem Brand zunächst gar nichts mitbekommen. „Ich habe es über die Medien erfahren”, sagte eine Frau am Freitagmittag im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Bei ihrer Runde mit dem Hund um 22 Uhr habe sie „sehr viele Einsatzkräfte und Passanten“ gesehen. Weil der Wind günstig stehe, könne sie aber mittlerweile sogar ihre Fenster wieder öffnen. Die Einsatzstelle war weiträumig abgesperrt worden. Auch die Polizei war mit mehren Kräften vor Ort.

Eine andere Anwohnerin berichtete, dass sie zunächst keine Warnung erhalten habe. Die Feuerwehr hatte bereits am Abend über Warn-Apps eine amtliche Gefahrenmeldung ausgegeben. Betroffen war ein Umkreis von etwa drei Kilometern rund um die Motzener Straße. „Meine Wohnung liegt ein paar Meter außerhalb des Warn-Radius“, sagte die Frau weiter.