Euref-Campus

Widerstand gegen Gasometer-Ausbau wächst

Knapp 2800 Unterstützer haben die Petition gegen die Ausbau-Pläne des Schöneberger Gasometers unterzeichnet.

Der Gasometer auf dem Euref-Campus in Schöneberg soll zu einem Büroturm ausgebaut werden.

Der Gasometer auf dem Euref-Campus in Schöneberg soll zu einem Büroturm ausgebaut werden.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

BerlinDer Widerstand wächst. Knapp 2800 Berliner haben eine Petition der Bürgerinitiative „Gasometer retten“ gegen die Pläne von Euref-Chef Reinhard Müller zum Ausbau des denkmalgeschützten Gasometers unterschrieben. „Wir sehen das in jedem Fall als Erfolg“, sagt Matthias Osthaus, der die Petition vor knapp zwei Wochen mitangeregt hatte. Viele der Unterzeichner nehmen das knapp 80 Meter hohe Stahlgerüst als Schöneberger Wahrzeichen wahr und wollen nicht, so der Vorwurf, dass Investoreninteressen das Stadtbild bestimmen.

Als letztes Puzzleteil zum vollständigen Euref-Campus schwebt Reinhard Müller der innere Ausbau des alten Gasometers in der Mitte des Campus zu einem Bürogebäude vor. Etwa 2000 Mitarbeiter sollen dort Platz finden. Seinen Plänen nach soll nur das oberste Feld zwischen den beiden letzten Gerüstringen frei bleiben.

Die Initiative sieht darin einen Verstoß gegen den Denkmalschutz. Sie fordert, dass mindestens drei Ringe, also die oberen beiden Felder frei bleiben, um Lichtsmog und Schattenwurf so gering wie möglich zu halten. „Wir sammeln mindestens so lange, bis die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens beginnt“, sagt Matthias Osthaus.

Stadträtin unterstützt Initiative: CDU fordert Aufklärung

Vor einigen Wochen waren es 60 Unterstützer, die sich der Bürgerinitiative angeschlossen und einen Offenen Brief an Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und den zuständigen Bezirksbaustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) sowie das Landesdenkmalamt unterzeichnet hatten. Unter ihnen ist auch Christiane Heiß (Grüne), Stadträtin für Straßen und Grünflächen. Zu ihren Gründen hat sich die Stadträtin auch Wochen nach der ersten Anfrage der Berliner Morgenpost nicht geäußert.

Dass Heiß die Initiative unterstützt, hat die CDU-Fraktion der BVV Tempelhof-Schöneberg stutzig gemacht. „Wir dachten immer, dass Bezirksamt spricht mit einer Stimme“, schreibt Daniel Dittmar, CDU-Fraktionsvorsitzender, in einer Pressemitteilung. Das Bezirksamt hat dem Ausbau bis zum vorletzten Gerüstring zugestimmt. Auch die Mehrheit der Bezirksverordneten unterstützt die Pläne des Euref-Chefs. Vor allem Linke und Grüne in der BVV allerdings sind skeptisch. In der CDU-Fraktion vermutet man nun einen Interessenkonflikt und fordert die Stadträtin zu einer Klarstellung in der kommenden BVV am Mittwoch auf. Es liegt zum Gasometer-Ausbau eine Große Anfrage der CDU vor.