Bauen

Richtfest für Bürokomplex am Südkreuz

Am Bahnhof Südkreuz nimmt eines der größten Bauprojekte am Platz Formen an. Im nächsten Sommer sollen die Arbeiten beendet werden.

Der Hochbau steht: Mit diesem riesigen Bürokomplex will LIP große Unternehmen ans Südkreuz locken.

Der Hochbau steht: Mit diesem riesigen Bürokomplex will LIP große Unternehmen ans Südkreuz locken.

Foto: LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH

Berlin. Seit mehr als einem Jahr kommt Bewegung in das bisher ungenutzte Areal am Südkreuz. Neben Wohnungen und Gewerbe entstehen vor allem Bürogebäude rund um den S- und Fernbahnhof. Ein weiteres Projekt, das „Südkreuz Office 1 und 2“, am Sachsendamm Ecke Hedwig-Dohm-Straße hatte am Donnerstag Richtfest.

Die beiden zusammenhängenden Gebäude bieten auf insgesamt knapp 20.000 Quadratmeter Bürofläche, vorzugsweise für Großmieter. Trotz Corona kommt der Bau wie geplant voran. Der Hochbau ist abgeschlossen. Der Bauherr, die LIP Ludger Inholte Projektentwicklungs GmbH, will im Juni 2021 fertig sein. 40 Prozent der Flächen sind bereits vermietet. Die Investitionssumme bleibt geheim.

Bürokomplex am Südkreuz: Neue Edeka-Filiale zieht ein

Etwa 2608 Quadratmeter im Erdgeschoss wird eine neue Edeka-Filiale einnehmen

. In den zukünftigen Räumen für Obst, Gemüse und Co. wurden am Donnerstagvormittag auch die gut 80 Gäste empfangen, nachdem der Richtkranz vor dem Haus in die Höhe gezogen worden war.

Für die bereits vorhandene Edeka-Filiale im Bahnhofsgebäude bedeute dies aber keineswegs Konkurrenz, sagte Bezirksbaustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) am Donnerstag. Das gesamte Gebiet werde in den kommenden Jahren immer stärker frequentiert. Kunden werde es dann genug für beide Filialen geben.

Zu den Mietern des „Südkreuz Office 1 und 2“ gehört auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Der Mietvertrag über die 7100 Quadratmeter sei abgeschlossen. Mit weiteren Interessenten sei man laut Ludger Inholte jr. im Gespräch. Die Grundrisse könnten potenzielle Mieter derzeit noch flexibel mitgestalten. Die Raumaufteilung sei noch nicht festgelegt. Für beide Gebäude stehen insgesamt 161 Pkw-Stellplätze zur Verfügung.

Büros am Südkreuz: Lage mache daraus einen „Premiumstandort“

Auch beim Projekt am Südkreuz habe man darauf geachtet, den eigenen CO2-Fußbadruck so klein wie möglich zu halten. Ziel seien zukunftsorientierte Immobilien, bei denen umweltbezogene Nachhaltigkeit im Fokus stehe, so Inholte. Die moderne technische und energetische Ausstattung habe dem Gebäude eine Zertifizierung in Gold der Leadership in Energy and Environmental Design, kurz Leed, eingebracht. Die Klassifizierung wird für ökologisches Bauen vergeben. Der Projektentwickler hatte zuletzt ein Großprojekt – ein Mix aus Wohnen und Einzelhandel – am Humboldthafen realisiert.

Mit dem neuen Projekt der LIP sowie weiteren Bauvorhaben kommt die Entwicklung des gesamten Areals zügig voran. Der Standort vom Südkreuz bis zur Schöneberger Linse sei über viele Jahre zu Unrecht vernachlässigt worden, sagte der Architekt des Vorhabens, Alf Prasch von prasch buken partner architekten. „Das Südkreuz war lange unbekanntes Land“, so Prasch. Das ändere sich nun, sagte er mit Blick auf die etwa 1000 Wohnungen, die derzeit in der Entstehung sind sowie die Vertreter von Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie, die noch kommen werden. Besonders die gute Anbindung an den S und Fernbahnhof Südkreuz sowie die Stadtautobahnen A100 und A103 überzeugen Unternehmen und Investoren wie Inholte. „Für Bürogebäude ist eine hervorragende Anbindung entscheidend,“ so Ludger Inholte jr.

Und auch Bezirksstadtrat Jörn Oltmann stellte fest: „2006 ging der umgebaute Bahnhof Südkreuz in Betrieb. Im Umkreis fehlten aber bislang die Highlights.“ Nun entwickle sich das Areal zu einem „Premiumstandort“, der Wohnen und Arbeit miteinander vereine.