Tempelhof-Schöneberg

Bezirksamt impft seine Mitarbeiter gegen Grippe

Vor einigen Jahren wurde das Angebot eingestellt, weil die Nachfrage fehlte. In dieser Saison wollen sich Mitarbeiter impfen lassen.

Mehrere Jahre gab es das Angebot für die kostenlose Grippeschutzimpfung im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg nicht. Die Nachfrage fehlte.

Mehrere Jahre gab es das Angebot für die kostenlose Grippeschutzimpfung im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg nicht. Die Nachfrage fehlte.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Die Impfbereitschaft ist in dieser Saison deutlich gestiegen. Etwa 25 Prozent der Belegschaft will das kostenlose Angebot des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg nutzen und sich gegen das Grippevirus impfen lassen. Die Verwaltung hatte seine Mitarbeiter befragt. Gut 500 von den etwa 2000 Beschäftigten haben zugesagt, wie das Bezirksamt auf Nachfrage mitteilt. Ab Ende November sollen die Mitarbeiter direkt im Rathaus Schöneberg geimpft werden. Die Impfung erfolgt auf freiwilliger Basis, eine Impfpflicht gibt es nicht.

Vor fünf Jahren führte das Bezirksamt die kostenlose Grippeschutzimpfung für seine Mitarbeiter zuletzt durch. In den Jahren danach wurde aufgrund mangelnder Nachfrage kein Impfstoff gekauft. Im Bezirksamt geht man davon aus, dass sich aber viele Beschäftigte jedes Jahr zum Beispiel bei ihrem Hausarzt impfen lassen.

Schutz der Mitarbeiter und Bürger

Ob das Bezirksamt seinen Angestellten auch die kostenlose Impfung gegen das Coronavirus, sobald verfügbar, anbieten werde, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, teilt der Fachbereich Facility Management auf Nachfrage mit. „Wer wann beziehungsweise welche Berufs-, Alters- und Risikogruppen in Deutschland prioritär geimpft werden, lässt sich gegenwärtig kaum prognostizieren“, heißt es.

Die AfD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg setzte sich in der Vergangenheit dafür ein, dass das Bezirksamt vor allem seinen Mitarbeitern mit Kundenkontakt die Impfung kostenlos anbietet. Zuletzt hatte sich Bezirksverordneter der AfD, Sebastian Richter, in einer mündlichen Anfrage an die Behörde gewendet. „Aus meiner Sicht ist die Impfung für Mitarbeiter eine wichtige Sache, gerade in Bereichen mit Publikumsverkehr.“ Es gehe nicht nur darum die Mitarbeiter zu schützen, sondern auch die Bürger, die beispielsweise die Bürgerdienste nutzen, so Richter.

Älteren und vorerkrankten Menschen wird Grippeschutz empfohlen

In der vergangenen Grippesaison 2019/20 registrierte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) berlinweit 5831 Influenza-Erkrankungen. 552 wurden in Tempelhof-Schöneberg gemeldet. Die meisten Erkrankungen sind mit 937 in Pankow aufgetreten, in Marzahn-Hellersdorf die wenigsten (253). Insgesamt sei die Erkrankung in 12 Fällen tödlich verlaufen. Die meisten Fälle traten in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen auf. 1032 steckten sich in der vergangenen Saison mit der Grippe an. Die Grippe ist anzeigepflichtig. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weit höher ist.

Besonders älteren Menschen oder Personen mit Grunderkrankungen sowie Schwangeren empfiehlt das Robert-Koch-Institut die Influenza-Impfung. Sie seien durch den Grippevirus besonders gefährdet, ebenso durch das Coronavirus. Auch um eine Doppelinfektion mit beiden Viren zu vermeiden, wird in diesem Jahr besonders zur Grippeschutzimpfung geraten. „Zur Verminderung dieser Belastung durch Covid-19 sowie saisonale Influenza wird die Grippeschutzimpfung dringend empfohlen“, heißt es aus dem Lageso. Auch Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte vor einigen Wochen dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen.

Die Impfung könne auch dazu beitragen, das Gesundheitssystem zu entlasten. „Mit bundesweit mehreren Millionen influenzabedingten Arztbesuchen sowie mehreren Zehntausend Krankenhauseinweisungen pro Jahr wird das Gesundheitssystem jeweils erheblich belastet“, heißt es aus dem Lageso.