Corona-Krise

Ponyclub mit Geldsorgen startet Spendenaktion

Weil spendenbringende Feste ausbleiben, kommt der Hof „Zu den flotten Hufen“ in Bedrängnis und startet eine Spendenaktion.

In Marienfelde finden die Pferde des Hofs viel Platz.

In Marienfelde finden die Pferde des Hofs viel Platz.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Für gemeinnützige Vereine kann die Corona-Krise besonders hart sein. Auf den Ponyclub „Zu den flotten Hufen“ aus Marienfelde trifft das in jedem Fall zu. Weil gleich mehrere große Feste aufgrund der Pandemie-Situation in diesem Jahr nicht stattfinden konnten, ist auch das Spendenaufkommen eingebrochen. Damit fehlt in der Vereinskasse das Geld, um Futter für die Tiere zu kaufen und Reparaturarbeiten durchzuführen. Allein durch die Mitgliedsbeiträge ließen sich diese Kosten nicht decken. Der Verein ruft deshalb online zum Spenden auf.

Michael Frohoff kann jedoch beruhigen: „Unsere Ponys müssen nicht hungern.“ Derzeit sei die Versorgung der 12 Ponys noch gesichert. Es gibt ein kleines finanzielles Polster. „Aber der Ausfall unserer Feste hat ein großes Loch verursacht“, sagt Frohoff. Bis Mitte nächsten Jahres benötige der Hof etwa 3000 Euro. Bis dahin komme man vermutlich noch über die Runden. Bislang sind knapp 500 Euro gespendet worden. (www.betterplace.de)

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Kinder können wieder Reitstunden nehmen

Da man Reitstunden für die Kinder der Nachbarschaft zu moderaten Preisen anbiete – Mitglied sein soll für jede Familie bezahlbar sein – sei der Verein stets auf Spenden angewiesen. Die meisten kämen bei den jährlichen Festen zusammen, die gemeinsam mit den Kindern und der ehrenamtlichen Unterstützung der Eltern stattfinden. „Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Jahr wieder zusammen feiern können“, so Michael Frohoff.

Immerhin: Das Reiten könne man inzwischen in kleinen Gruppen wieder anbieten. „Bei uns gibt es keine Hallen oder Boxen. Alles findet draußen statt“, so Frohoff. Damit fallen zumindest die Mitgliedsbeiträge nicht weg. In Zeiten des Lockdowns durften immer nur zwei Personen gleichzeitig auf dem Hof sein, um die Tiere zu versorgen. Um ein wenig Geld reinzubekommen, biete man zusätzlich gerade Reitführungen an. Dahinter verbirgt sich ein Probereitkurs für Menschen, die noch nie auf einem Pferd gesessen haben.

Ponyclub muss auf Ersatzgrundstück umziehen

Bis Ende September konnten gemeinnützige Vereine und Stiftungen in Berlin Soforthilfe bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beantragen. Das gilt für all jene, die in den Bereichen Sport, Kinder- und Jugendarbeit sowie Weiterbildung auch unternehmerisch tätig sind. Für sie ist vor allem wichtig, dass sie ihren Mitgliedern überhaupt eine Leistung anbieten können, damit nicht auch Mitgliedsbeiträge wegbrechen. Gerade an den Berliner Sportvereinen hat sich gezeigt, dass ein Neustart ohne Unterstützung nur schwer möglich ist.

Neben den finanziellen Schwierigkeiten muss der Ponyclub ausgerechnet jetzt auch noch den Umzug auf ein anderes Gelände meistern. Der Ponyhof muss sein langjähriges Grundstück im Lichterfelder Ring verlassen, weil es für den Wohnungsbau genutzt werden soll. Zumindest für die Umzugskosten auf das neue Gelände im Schichauweg, nicht weit vom jetzigen Hof, muss der Verein nicht selbst aufkommen. Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Grüne) habe finanzielle Unterstützung zugesagt. Wann umgezogen werden muss, ist noch unklar. Betroffen ist auch das benachbarte soziale Projekt „Gemüsehof“.