800 Jahre Marienfelde

Neue Infotafeln für historischen Kern von Marienfelde

Über den Ort verteilt berichten neun Schilder von der Historie des Tempelhofer Ortsteils. In diesem Jahr wird Marienfelde 800 Jahre alt.

An der alten Dorfkirche am Dorfanger Marienfeldes weihen Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Frank Sachse vom Arbeitskreis Historisches Marienfelde eine von neun Tafeln ein.

An der alten Dorfkirche am Dorfanger Marienfeldes weihen Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Frank Sachse vom Arbeitskreis Historisches Marienfelde eine von neun Tafeln ein.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Marienfelde ist einer der Berliner Ortsteile, deren Geschichte noch hautnah erlebbar ist. Dorfanger und Kirche beispielsweise erinnern an das einst dörfliche Marienfelde. Um die Ortshistorie auch an den weniger offensichtlichen Stellen sichtbar zu machen, hat der Bezirk Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit dem Arbeitskreis Historisches Marienfelde (AkhM) an insgesamt neun Punkten Informationstafeln aufstellen lassen. Am Freitag wurden sie durch Tempelhof-Schönebergs Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) eingeweiht. Am Gutshof, Kloster „Vom Guten Hirten“ oder am Kiepertplatz zu finden, würdigen sie das 800. Gründungsjahr Marienfeldes noch lange über das Jubiläum hinaus.

Für die symbolische Enthüllung der Infotafeln wurde ganz bewusst das historische Zentrum Marienfeldes an der Dorfkirche gewählt. Es heißt, dass diese 1220 errichtet wurde und eine der ältesten Kirchen Berlins ist. Das Datum ist aber historisch nicht belegt. Dennoch gilt die Feldsteinkirche als Wahrzeichen des Ortsteils. Zusammen mit dem kleinen Teich und den Kopfsteinpflasterstraßen rund um den Dorfanger steht sie in besonderem Maße für die Anfänge Marienfeldes. Hier sind gleich zwei Infotafeln zu finden.

Arbeitskreis historisches Marienfelde trug Infos zusammen

Weitere befinden sich nicht weit von der Dorfkirche am Gut und Gutspark, am Dorfanger sowie am sogenannten „Nassen Dreieck“. Weiter im Norden, in der Nähe des S-Bahnhofs Marienfelde, sind zwei weitere Stationen zu finden. In der Hranitzky- Ecke Kiepertstraße erinnert die Tafel gleich an vier Marienfelder Persönlichkeiten. Elvira Castner, Moritz Jacobsohn, Bruno Möhring und Franziska Tiburtius haben das Zusammenleben auf verschiedene Art und Weise geprägt.

Zusammengetragen hat die Hintergründe und Zusammenhänge der Arbeitskreis Historisches Marienfelde, der sich seit vielen Jahren schon mit der Geschichte Marienfeldes beschäftigt. Unterstützt wurde er nicht nur vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, das die Finanzierung sicherte, sondern auch von der Evangelischen Kirchengemeinde Marienfelde sowie die der Katholischen Kirchengemeinde „Vom Guten Hirten“. Der Arbeitskreis führt damit die Arbeit des Heimatforschers Hans-Werner Fabarius fort, der über eine enorme Sammlung aus Fotos, Dokumenten und Schriftstücken verfügte. Die Freizeit-Historiker des Arbeitskreises übernahmen diese Sammlung im Jahr 2010 und regten im Rahmen der Vorbereitungen für die 800-Jahr-Feier dazu an, Infotafeln an ausgewählten Plätzen aufzustellen.

Gewürdigt werden Marienfelder Persönlichkeiten

Für Frank Sachse und andere Mitglieder des Arbeitskreises ist Marienfelde nicht irgendein Berliner Ortsteil. „Wir sind der Meinung, dass Marienfelde es wert ist, mehr in das Bewusstsein der Bürger gerückt zu werden“, so Frank Sachse. „Hier lebten und arbeiteten Persönlichkeiten, die über die Grenzen des Kiezes hinaus wirkten.“ Man begrüße die Tourismus-Strategie Berlins, Besucher auch in die dezentralen Gegenden der Hauptstadt zu leiten.

Wie Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler betonte, sei dieses Projekt ohne das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises nicht zu stemmen gewesen. „Weder zeitlich noch finanziell wäre das sonst denkbar gewesen“, so Schöttler. Entstanden sei so mehr als nur Infotafeln, die über etwas Längstvergangenes berichten. „Man erfährt auch etwas über das, was noch erhalten geblieben ist.“

Bis Ende Oktober sind auch die im Rahmen des Gründungsjubiläums angebrachten „Paste-ups“ in Marienfelde noch zu sehen. Im August brachten die beiden Marienfelder Künstler, Maria Vill und David Mannstein, die haushohen Bilder an Häuserwänden quer durch den Ort verteilt an.