Kultur

Nach Corona-Pause: So fährt die Kulturszene im Bezirk hoch

Während im Tempelhofer Flughafen schon wieder Führungen angeboten werden, beginnt das Programm in der ufa Fabrik am 20. Juni.

Unter der überdachten Sommerbühne lassen sich laue Sommerabende gemütlich verbringen. Ab 20. Juni finden in der ufa Fabrik wieder Veranstaltungen statt.

Unter der überdachten Sommerbühne lassen sich laue Sommerabende gemütlich verbringen. Ab 20. Juni finden in der ufa Fabrik wieder Veranstaltungen statt.

Foto: ufa Fabrik

Die Einschränkungen durch die Corona-Krise haben auch die Pläne der Kulturszene in Tempelhof-Schöneberg durcheinander geworfen. Viele ausgefallene Veranstaltungen und die derzeit geltenden Abstands- und Hygieneregeln haben dazu geführt, dass viele Häuser ihre Programme umstrukturieren mussten. Nun aber beginnt vielerorts der Kulturbetrieb wieder.

Seit Anfang Juni ist das Besucherzentrum des Flughafens Tempelhof wieder geöffnet, allerdings sind die Öffnungszeiten etwas verkürzt. Bis auf Weiteres ist Montag bis Freitag 13 bis 17 Uhr geöffnet, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr. Auch Führungen können wieder gebucht werden, wenn auch mit begrenzter Teilnehmerzahl. Enge Gänge und Räume werden vermieden, die Luftschutzräume müssen bei den Rundgängen noch ausgespart bleiben. Touren können über tour@thf-berlin.de gebucht werden. Weitere Infos gibt es unter www.thf-berlin.de. Das angrenzende Tempelhofer Feld ist nach wie vor für Sport oder Spaziergänge zugänglich.

ufa Fabrik: Stuhlanzahl um 75 Prozent reduziert

Am 20. Juni startet das Kulturzentrum ufa Fabrik in sein Sommerprogramm. Genutzt werden kann derzeit aber nur die überdachte Freiluftbühne. Den Anfang macht am 20. Juni, 20 Uhr, der Kabarettist Masud Akbarzadeh mit seinem Soloprogramm „Fame“. Karten kosten 19 Euro und sind beim Ticket Service unter Tel. 030 755 030 oder vorbestellung@ufafabrik.de erhältlich. Das Café Olé auf dem ufa Gelände ist inzwischen auch wieder täglich ab 10 Uhr geöffnet. Die ufa Fabrik ist im Internet unter www.ufafabrik.de zu finden.

Der Anfang ist also gemacht in der ufa Fabrik. Das Sommerprogramm befinde sich momentan coronabedingt aber noch immer in der „Umstrukturierung“, sagt Geschäftsführer Fridolin Hinde. „Wir hoffen, dass es bis nächste Woche endgültig steht.“ Um keine großen Menschengruppen zu produzieren, wurden die Anzahl der Stühle um 75 Prozent reduziert und eine „Einbahnstraße“ zu den Sitzen oder dem Getränkeverkauf eingerichtet.

Außerdem nehme man vorerst nur Programme mit kleinen Ensembles oder Solisten und Solistinnen auf. Um auf Reisekosten zu verzichten, setze man vorwiegend auf lokale Künstler. Chorauftritte oder jene mit Blasinstrumenten wurden gänzlich gestrichen. Gut 180.000 Euro sind der ufa Fabrik in den vergangenen Wochen an Einnahmen verloren gegangen. Für festangestellte Mitarbeiter blieb nur die Kurzarbeit, studentische Hilfskräfte blieben ohne Verdienst.

Urania Berlin noch bis mindestens Ende Juni ohne Veranstaltungen

Um trotzdem am Ball zu bleiben, wurde in den vergangenen Monaten etliche Programm per Live-Videoübertragung zu den Menschen nach Hause gebracht. „Das war eine interessante Zeit, aber wir freuen uns nun sehr, wieder vor anwesendem Publikum spielen zu können. Außerdem haben wir die Zeit genutzt, um sämtliche Lagerräume zu entrümpeln und aufzuräumen“, sagt Hinde.

Auch die Urania Berlin in Schöneberg hat während der Hochphase des Coronavirus vor allem digitale Angebote verbreitet. Zu vielen verschiedenen Themen werden kostenlose Podcasts bereitgestellt. So führte Derk Ehlert, Wildtierexperte der Senatsumweltverwaltung, durch den Berliner Tiergarten. Sozialwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß plauderte mit der Berliner Autorin und Journalistin Brenda Strohmaier über Bisexualität.

Bis einschließlich 30. Juni finden coronabedingt noch keine Veranstaltungen in der Urania statt. Ab 1. Juli ist eine Ausstellung zum Thema Stadtnatur zu sehen. Anfang September sollen dann Veranstaltungen vor Ort wieder stattfinden können. Das gesamte Angebot und alle aktuellen Infos gibt es unter www.urania.de.