Einwohnerversammlung

Kolonie Eschenallee: Kleingärtner wehren sich gegen Abriss

Etwa 180 Kleingärtner und Nachbarn kamen zur Einwohnerversammlung zum geplanten Schulbau auf dem Gelände der Kolonie Eschenallee.

Restlos gefüllter Louise-Schroeder-Saal im Rathaus Schöneberg: Gut 180 Menschen kamen zur Einwohnerversammlung.

Restlos gefüllter Louise-Schroeder-Saal im Rathaus Schöneberg: Gut 180 Menschen kamen zur Einwohnerversammlung.

Foto: Julia Lehmann

Berlin. In Tempelhof-Schöneberg sollen etliche Kleingartenanlagen für den Schulbau weichen. Eine von denen, für die die Schutzfrist 2020 aufläuft, ist die Kolonie Eschenallee im Gebiet Marienhöhe in Tempelhof. Noch ist nichts entschieden. Die Kleingärtner wollen das nicht hinnehmen und haben eine Einwohnerversammlung organisiert. Gut 180 Menschen waren der Einladung am Dienstagabend gefolgt. Alle Plätze und auch die Ränder des Louise-Schroeder-Saals im Rathaus Schöneberg waren lückenlos gefüllt.

Dirk Tonn, Mitorganisator der Einwohnerversammlung und Anwohner der Marienhöhe, machte anhand der Lage deutlich, warum das Areal dem Verkehrsdruck nicht gewachsen wäre, es für das Stadtklima relevant sei und die Höhenlage einer Schule bei Starkregen zum Verhängnis werden könnte. Gegen „Schüler und Schulbau“ sei man indes nicht, betonte Tonn. Die Anwohner fordern, andere ungenutzte Flächen zu aktivieren. Tonn erntete lauten Beifall für seine Ausführungen.

Schulbezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) erläuterte die Herausforderungen in Tempelhof-Schöneberg: Seit 2018 müssen Schulplätze für etwa 6000 Jungen und Mädchen geschaffen werden. Wo möglich, seien Verdichtungen geplant: So würde die Baulücke an der Johanna-Eck-Schule gefüllt und diese zu einer Gemeinschaftsschule erweitert werden. Eine Kündigung habe man der Kolonie bisher noch nicht ausgestellt, so Schworck.

Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) gab zu bedenken, dass freie Flächen im Bezirk auch für den Wohnungsbau benötigt würden. Die freien landeseigenen Flächen mit Baurecht bezifferte er auf neun. Acht davon seien Kleingartenanlagen. Um Schulbauprojekte zu realisieren, müsse man diese in Erwägung ziehen.