Tempelhof-Schöneberg

Engpass bei Druckerpatronen amüsiert Twitter-Nutzer

Weil das Budget zur Neige ging, mussten Mitarbeiter des Jugendamts sparsam mit Büromaterial umgehen.

Im Jugendamt Tempelhof-Schöneberg gingen kurzzeitig die Druckerpatronen aus.

Im Jugendamt Tempelhof-Schöneberg gingen kurzzeitig die Druckerpatronen aus.

Foto: dpa Picture-Alliance / Florian Schuh

Berlin. Ein Post irritierte kürzlich Twitter-Nutzer. Eine Nutzerin zitierte aus der Korrespondenz mit der Elterngeldstelle des Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, woraus hervorging, dass man derzeit mit Engpässen bei Druckerpatronen zu kämpfen habe und Anträge doch bitte postalisch in Papierform zugesendet werden sollten. Sogar von einer Haushaltssperre war die Rede, die Jugendbezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) inzwischen aber dementierte. Die Häme der Twitter-Nutzer über so viel Ehrlichkeit im Bezirksamt blieb nicht aus.

„Würde man in der Sahara den Sozialismus einführen, dann würde nach ein paar Jahren wohl der Sand ausgehen!“, steht über dem besagten Post. Ein anderer Twitter-Nutzer kommentiert: „Wie war das? Think before you print.“ – „Denk nach, bevor du ausdruckst.“ Bereits im Januar hatte eine Twitter-Nutzerin auf einen Missstand im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg aufmerksam gemacht. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Jugendamts wird in einem Post folgendermaßen zitiert: „Ich bitte um Einreichung per Post, da aufgrund einer Haushaltssperre bezüglich Büromaterial (Druckerpatronen) die per Mail eingereichten Nachweise nicht mehr bzw. nur sehr eingeschränkt ausgedruckt werden können.“

Darauf angesprochen, erklärt der für die Jugendämter zuständige Bezirksstadtrat Schworck mehr als zwei Wochen später, dass es tatsächlich Engpässe bei Büromaterialien gegeben habe. Die Situation habe aber nur kurz bestanden und konnte inzwischen mit dem neuen Haushaltsjahr aufgelöst werden. Wieso das Geld in der Elterngeldstelle für Druckerpatronen zur Neige ging, hänge mit den im vergangenen Jahr erstmalig zentral verwalteten Landesmitteln für Bürobedarf zusammen, erklärt Schworck.

Jugendamt Tempelhof-Schöneberg: Im Herbst schon waren viele Druckerpatronen leer

Das Jugendamt habe in den Jahren zuvor bei Mehrbedarf frei andere Haushaltsmittel dafür nutzen können. Das gehe nun nicht mehr, die Kalkulation am Anfang des Jahres war zu knapp bemessen und demnach waren im Herbst schon viele Druckerpatronen leer. In Sparsamkeitsmanier vermieden die Mitarbeiter trotz der Fülle an Anträgen und Schreiben, die täglich bearbeitet werden, das Drucken an ihren Schreibtischen so gut es eben ging (siehe Twitter-Zitat).

In der Elterngeldstelle kam es daraufhin zu dieser etwas zu ehrlichen Reaktion in Richtung der Bürger. Aus Sicht des Stadtrats sei diese allerdings unnötig gewesen. „Alle Bereiche wurden in dieser Situation angewiesen, sich gegenseitig auszuhelfen oder die in jedem Fall weiter nutzbaren, zentralen Drucker (Multifunktionsgeräte), die auf jeder Etage der Dienstgebäude zur Verfügung stehen und via Netzwerk angesteuert werden, zu nutzen“, so Schworck.

Jugendamt-Mitarbeiter sind zu Sparsamkeit verpflichtet

Das Problem der knappen Büromaterialien sei aber nicht neu. Das Budget dafür sei regelmäßig vorschnell aufgebraucht, berichtet der Stadtrat weiter. Das Jugendamt habe in den vergangenen Jahren immer auf überplanmäßig bereitgestellte Mittel des Bezirks zurückgreifen müssen. Mitarbeiter seien in solchen Situation zu besonderer Sparsamkeit verpflichtet, sagt Schworck. Wie sparsam einige Mitarbeiter sind, beweist dieser Vorfall.

Für die Mitarbeiter folgt nun eine Belehrung, um zu vermeiden, dass erneut „falsche Zusammenhänge“ nach außen getragen werden. Im Bezirksamt wolle man nun prüfen, wie Engpässe in Zukunft vermieden werden können. Nachholbedarf sieht Schworck offensichtlich auch darin, seinen Mitarbeitern zu erläutern, wie man sparsam mit Ausdrucken umgeht.