Verdrängung

Steigende Miete: CDU-Landesverband muss umziehen

Nun trifft es auch die CDU: Die Miete für die Räume am Wittenbergplatz soll sich verdreifachen. Der Landesverband zieht um.

In diesem Haus an der Kleiststraße residiert der CDU-Landesverband seit zehn Jahren.

In diesem Haus an der Kleiststraße residiert der CDU-Landesverband seit zehn Jahren.

Foto: Frank Lehmann

Berlin. Die extrem steigenden Gewerbemieten in der Stadt treiben nicht nur Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) um, die auch die Unternehmen durch eine Regulierung schützen möchte.

Auch die Präsidentinnen von Handwerks- und Handelskammer sehen die Entwicklung mit großer Sorge, wie Carola Zarth und Beatrice Kramm jüngst im Morgenpost-Interview sagten. Denn die Sorge ist groß, dass Handwerker und andere Betriebe aus der Berliner Innenstadt verdrängt werden.

Miete zu hoch: CDU Berlin gibt Landeszentrale am Wittenbergplatz auf

Dass diese Angst durchaus begründet ist, kann nun auch eine politische Oppositionspartei bezeugen, die bisher den rot-rot-grünen Regulierungsgedanken skeptisch gegenübersteht. Berlins CDU-Landesverband ist nun selbst ein Opfer der Mietentwicklung geworden. Die Partei muss ihre Landeszentrale am Wittenbergplatz aufgeben.

Man verkleinert sich und weicht aus der prominenten City-Lage in den Charlottenburger Kiez aus. Ab März wird die CDU in einem schlichten 50er-Jahre-Bürohaus an der Suarezstraße residieren. „Wir zahlen weniger für Büromiete und nutzen das Geld lieber für die politische Arbeit“, sagte CDU-Generalsekretär Stefan Evers.

Hintergrund: „Gewerbemieten machen uns große Sorgen“

Miete für die CDU Berlin steigt von 10 Euro auf 30 Euro pro Quadratmeter

Vor zehn Jahren hatte die Partei für die Räume am Wittenbergplatz einen Mietvertrag zu sehr günstigen Konditionen abgeschlossen. Etwa zehn Euro pro Quadratmeter wurden aufgerufen. Da konnte sich die CDU auch den Veranstaltungsraum leisten, der bei begehrten Terminen wie jüngst dem „Berlin Salon“ mit Juso-Chef Kevin Kühnert und dem JU-Vorsitzenden Tilman Kuban mehr als 100 Besuchern Platz bietet.

Jetzt werden für die Räume an der Kleiststraße fast 30 Euro je Quadratmeter fällig. Zu viel für die CDU. Man verkleinert sich und verzichtet im neuen Parteibüro auf Veranstaltungsflächen. Stattdessen wird man bei Bedarf auf einen Saal in der Nähe zurückgreifen.

Der nächste „Berlin Salon“ mit CDU-Landeschef Kai Wegner und der Vorsitzenden der Grünen-Fraktion, Antje Kapek, wird als Abschiedsvorstellung noch in der City stattfinden. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und SPD-Innensenator Andreas Geisel werden dann schon im Ernst-Lemmer-Institut an der Suarezstraße verbal die Klingen kreuzen.

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