Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schöneberg will den Jakobsweg ausschildern

Die Bezirksverordneten wollen auf diese Weise den durch Tempelhof-Schöneberg verlaufenden Teil des Pilgerpfads sichtbar machen.

In anderen deutschen Gegenden ist der Jakobsweg bereits ausgeschildert. So wie hier im thüringischen Paulinzella.

In anderen deutschen Gegenden ist der Jakobsweg bereits ausgeschildert. So wie hier im thüringischen Paulinzella.

Foto: Jens Kalaene / dpa

In vielen Städten Deutschlands wird der Jakobsweg bereits ausgeschildert. Für Pilger soll so Orientierung auf dem sich durch ganz Europa schlängelnden Wegenetz geschaffen werden – und das bereits vor der eigenen Haustür.

Denn der Jakobsweg führt auch durch Berlin. Die Bezirksverordneten von Tempelhof-Schöneberg wollen den Verlauf des bekannten Pilgerwegs, deren Routen stets ins spanische Santiago de Compostela führen, auch im eigenen Bezirk wieder sichtbar machen und für entsprechende Beschilderung sorgen.

Ein Antrag von SPD, CDU und Grünen war kürzlich einstimmig beschlossen worden. Laut Antrag sollen die Schilder zur Ausweisung des Pilgerweges durch Spenden und Förderung aufgebracht werden.

Jakobsweg verläuft von den Yorckbrücken bis zum Lichterfelder Ring

Innerhalb Tempelhof-Schönebergs verläuft der Jakobsweg an den Yorckbrücken vorbei am S-Bahnhof Südkreuz und Priesterweg. Weiter geht es am Bahnhof Attilastraße über den Teltowkanal zum Kamenzer Damm und dem Lichterfelder Ring nach Brandenburg. Wenn möglich, verläuft er durch Grünflächen und an Ufern entlang.

Bisher ausgeschilderte Abschnitte in der Nähe verlaufen vom polnischen Slubice über Frankfurt (Oder) über Fürstenwalde bis Erkner sowie von Frankfurt (Oder) über Müncheberg bis Bernau und weiter bis nach Bad Wilsnack.

Hauptverkehrsachse des Jakobswegs läuft durch Nordspanien

Auch die Strecke zwischen Berlin und Leipzig ist vollständig ausgeschildert. Andere Abschnitte befinden sich noch in Arbeit, schreibt die Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion, die viele der Wege betreut und die Beschilderung unterstützt.

Wer den Jakobsweg kennt, denkt häufig zunächst an den Camino Frances. Die im Hochmittelalter entstandene Hauptverkehrsachse Nordspaniens führt von den Pyrenäen zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. 1993 wurde dieser Hauptweg ins Unesco-Welterbe aufgenommen.

Die Jakobusgesellschaft setzt sich für die Wiederbelebung des Jakobswegs ein, die meist mit einigem Aufwand verbunden ist. Erfahrene Pilger sowie die Europa-Universität Viadrina unterstützen den Verein bei seiner Arbeit.