Rathaus Schöneberg

BVG und Verkehrslenkung lehnen Straßensperren ab

SPD- und Grünenfraktion hatten die Sperrung um den John-F.-Kennedy-Platz während des Weihnachtssingens an Heiligabend beantragt.

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Foto: dpa Picture-Alliance / Bildagentur-online/Schöning

Berlin. Um das Schöneberger Rathaus sollte an Heiligabend kein motorenbedingtes Rauschen das Weihnachtssingen stören. Die rot-grüne Zählgemeinschaft der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg hatte beschlossen, die umliegenden Straßen um den John-F.-Kennedy-Platz am Schöneberger Rathaus für das Weihnachtssingen an Heiligabend sperren zu lassen. Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) und BVG lehnen das allerdings ab.

Grund sei vor allem die extreme Kurzfristigkeit des Antrags, heißt es aus dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte erst im November einen entsprechenden Beschluss gefasst. „Die Verkehrslenkung sieht nur ein geringes Störungspotenzial des Weihnachtssingens auf dem großen Platz durch den anliegenden Verkehr“, erklärt der Bezirk. Eine Sperrung würde dafür aber den Verkehr in einem Maße behindern, der nicht im Verhältnis stehe. Berücksichtigt werden müsse auch, dass die Absperrung der Straßen und die Umleitung des Verkehrs, insbesondere der Busse, hohe Kosten verursachen würde.

BVG lehnt Sperrung der Straßen ab

Auch von der BVG liege eine ablehnende Stellungnahme vor. Es gebe keine Umfahrungsroute, auf der die Fahrgäste in Rathausnähe aufgenommen und abgesetzt werden könnten. Viele der umliegenden Straßen seien für die Linienbusse der BVG schlichtweg zu eng, erklärt BVG-Sprecherin Petra Nelken auf Nachfrage.

Sollten die Bezirksverordneten die Idee im nächsten Jahr erneut angehen wollen, brauche man mehr Zeit, sagt Nelken. „Wir sind offen für alles, aber wir brauchen Vorlauf.“ Denkbar wäre langfristig, eine Gasse für die Linienbusse zu lassen und nur den Individualverkehr umzuleiten. Die Entscheidungshoheit liegt dabei aber bei der Verkehrslenkungsbehörde.

Rainer Penk (Grüne): Neuer Versuch im nächsten Jahr

„Ich finde es schade, aber ich kann es auch nachvollziehen“, sagt Rainer Penk, Fraktionsvorsitzender der Grünen, in Bezug auf den zeitlichen Aspekt. Wenn der Zulauf beim Weihnachtssingen in diesem Jahr wieder so groß ist wie in den Jahren zuvor, wolle man sich frühzeitig für das nächste Jahr bemühen.

Bedauern gibt es auch bei der SPD-Fraktion. SPD-Bezirksverordneter Axel Seltz hat allerdings nur wenig Verständnis für die Ablehnung durch die Verkehrslenkung. Die Begründung der VLB würde zeigen, „dass man dort weiterhin die Mittel mit dem Zweck verwechselt“, so Seltz. Der Verkehr sei kein übergeordnetes Interesse per se, sondern diene „dem sozialen, wirtschaftlichen und letztlich auch dem kulturellen Zusammenleben der Menschen in der Stadt“.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) hofft auf viele Teilnehmer

Seltz hoffe trotzdem auf viele Schöneberger und Schönebergerinnen auf dem John-F.-Kennedy-Platz. In diesem Jahr werde die reparierte Freiheitsglocke auch wieder läuten, berichtet der Bezirksverordnete. Ob sich die SPD-Fraktion im nächsten Jahr wieder um die Sperrung bemühen will, sei noch nicht entschieden.

Auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) appelliert ebenfalls an die Bürgerinnen und Bürger: „Einem besinnlichen Weihnachtssingen steht trotzdem nichts im Wege und ich lade alle Menschen ein zum Rathaus Schöneberg zu kommen und mitzusingen.“

Weihnachtssingen, 24.12., 16 Uhr, John-F.-Kennedy-Platz, Am Rathaus 2, 10825 Schöneberg