Handel

Das Kochhaus Schöneberg heißt jetzt Viani

Nach der Insolvenz des Berliner Unternehmens Kochhaus gibt es am Standort Schöneberg einen neuen Namen und ein neues Konzept.

Das Kochhaus in Schöneberg heißt jetzt Viani. Am 23. November wurde das Geschäft eröffnet. 

Das Kochhaus in Schöneberg heißt jetzt Viani. Am 23. November wurde das Geschäft eröffnet. 

Foto: Jessica Hanack

Berlin. Neuer Name, neues Konzept, neue Innenausstattung – am Standort des ehemaligen Kochhauses Schöneberg hat sich einiges verändert. Nach kurzer Schließzeit wegen Umbauarbeiten hat dort am Sonnabend „Viani“ eröffnet, ein Geschäft mit italienischen Lebensmitteln und integriertem Café.

Hintergrund ist, dass der Göttinger Feinkostgroßhändler Viani im Sommer das Berliner Lebensmittelunternehmen Kochhaus übernommen hat, nachdem dieses im März Insolvenz angemeldet hatte. Zusammen habe man dann ein Konzept für einen Einzelhandel mit italienischen Wurzeln entwickelt, berichtet Florian Büttner, Mitglied der Geschäftsleitung der Viani Food GmbH.

Viani in Schöneberg bietet frischen Pizzateig in Gläsern

Viani handelt nach eigenen Angaben bereits seit 1973 mit italienischen Spezialitäten, gegründet wurde das Unternehmen damals vom gebürtigen Italiener Antonio Viani. Auf dessen Rezept beruht auch das Pesto Genovese, das man nun in dem Schöneberger Geschäft kaufen kann.

Was man dort nicht mehr findet, ist das, was die Kochhäuser eigentlich auszeichnete: dass die Lebensmittel nicht nach Warengruppen, sondern nach verschiedenen Rezepten angeboten werden und maßgeschneidert portioniert sind. Stattdessen gibt es zu einigen Produkten Karten mit Rezeptvorschlägen und Kochanleitungen, etwa zum Pizzateig, der in dem Laden frisch hergestellt wird.

Verkauft wird dieser übrigens in Gläsern mit Pfandsystem. „Wir versuchen zunehmend auf Verpackungsmüll zu verzichten“, erklärt Büttner. Überlegt werde, das auch bei anderen Lebensmitteln wie frischer Pasta zu testen.

Andere Kochhäuser sollen bisheriges Konzept behalten

Die weiteren Kochhäuser, darunter das in Prenzlauer Berg, sollen erst einmal das bisherige Konzept behalten. „Alle anderen Kochhäuser bleiben, wie sie sind“, betont Büttner. Man werde aber schauen, wie das neue Konzept in Schöneberg ankommt und gegebenenfalls sehen, ob und wann auch andere Kochhäuser daran angelehnt werden.

Das veränderte Konzept – es ist gleichzeitig auch das erste eigene Geschäft für das bisher nur als Großhändler tätige Unternehmen Viani – wird nicht zufällig in Schöneberg getestet. Dort sei damals auch das erste Kochhaus eröffnet worden, erklärt Büttner. „Wir glauben, dass die Menschen in Schöneberg es super finden werden“, sagt er.

Für alte Gutscheine gibt es 50 Prozent Rabatt

Wer einen Gutschein aus einem anderen Kochhaus-Standort hat, kann diesen übrigens auch in Schöneberg einlösen. Für Kunden, die beim Kochhaus vor dessen Insolvenz einen Gutschein gekauft haben, hat man eine Kulanzregelung entwickelt. Akzeptiert werden müssten diese eigentlich nicht. Kunden mit solchen Gutscheinen erhielten 50 Prozent auf ihren Einkauf, so Büttner.