Verkehr

CDU drängt auf neuen Bahnhof Kamenzer Damm

Angegangen werden soll der Bau laut Senat aber erst nach Beendigung des Großprojekts Dresdener Bahn.

Die S2 soll irgendwann am Gewerbepark Mariendorf , auf Höhe des Kamenzer Damms, halten.

Die S2 soll irgendwann am Gewerbepark Mariendorf , auf Höhe des Kamenzer Damms, halten.

Foto: Karla Menge

Die Bezirksverordneten von Tempelhof-Schöneberg wollen den Bau des S-Bahnhofs an der Schnittstelle Kamenzer Damm und Lankwitzer Straße in Mariendorf weiter vorantreiben. Das Bezirksamt soll sich verstärkt dafür einsetzen, heißt es in einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Der Senat will den Bahnhof aber erst bei der Deutschen Bahn AG bestellen, wenn das Großprojekt Dresdener Bahn abgeschlossen ist.

Bereits im Sommer 2017 hatte sich das Bezirksparlament für einen neuen S-Bahnhalt zwischen Attilastraße und Berlin-Marienfelde ausgesprochen. Bis heute ist der Bahnhof, an dem dann die S2 Fahrgäste aufnehmen könnte, nicht bestellt, bemängelt die Fraktion der CDU, auf deren Initiative der Antrag gestellt wurde.

Bahnhof Kamenzer Damm ermöglicht Anbindung an Gewerbepark Mariendorf

Sie kritisieren, dass es noch immer keine konkrete zeitliche Festlegung des Baus gebe. Der zusätzliche Halt wäre allerdings mit Blick auf die Entwicklungen im Gewerbepark Mariendorf erforderlich. Auf dem ehemaligen Gasag-Gelände werden viele Arbeitsplätze entstehen. „Ziel müsste sein, zumindest zeitgleich mit der Realisierung größerer Wohn- und Gewerbeprojekte auch die dafür erforderliche Verkehrsinfrastruktur zu schaffen“, lautet die Forderung der CDU.

Das Projekt Dresdener Bahn beinhaltet den Ausbau einer 16 Kilometer langen Strecke ab dem Bahnhof Südkreuz weiter in Richtung Süden. Nach Beendigung der Maßnahme können S- und Regionalbahn sowie Güterverkehr die Route nutzen.

Bau folgt erst nach Fertigstellung der Dresdener Bahn

Aus der Senatsverkehrsverwaltung erfährt man, dass die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn zum Bau des Bahnhofs noch nicht abgeschlossen sind. Die Errichtung sei eng mit dem Ausbau der Dresdener Bahn und einer in Planung befindlichen S-Bahnverlängerung nach Rangsdorf (Brandenburg) verbunden. An der Verlängerung der S2 bis nach Rangsdorf halte man fest, so eine Senatssprecherin. Der Bau des Bahnhofs Kamenzer Damm werde erst dann umgesetzt, wenn die Arbeiten an der Dresdener Bahn beendet sind. Und das könnte frühestens 2025 sein. Wann der Bahnhof also genau bestellt wird, könne man deshalb nicht sagen.

CDU-Fraktionschef Matthias Steuckardt bemängelt, dass das Vorhaben noch immer in der Schwebe sei. Ohne immer wieder Druck zu machen, könnte das Thema einschlafen, fürchtet er. „Der Bahnhof ist aber wichtig für die Entwicklung des Marienparks“, so Steuckardt. Dort soll unter anderem ein Rechenzentrum entstehen. Langfristig könnte sich das Areal zu einem Zukunftsstandort mit ganz verschiedenen gewerblichen und wissenschaftlichen Akteuren entwickeln, ist er sich sicher. Dafür müsse man die erforderlichen Voraussetzungen schaffen.

Hinzu komme: „Die Deutsche Bahn braucht Planungssicherheit“, sagt Matthias Steuckardt. Er hoffe, dass eine frühzeitige Bestellung des Bahnhofs Kamenzer Damm zu einer umso schnelleren Umsetzung führt.