Grünflächen

Wohl kein Tiergehege mehr im Franckepark

Die SPD möchte ein neues Tiergehege im Franckepark bauen lassen. Der Bezirk hält davon nichts.

Franckepark Tempelhof Wildgehege

Franckepark Tempelhof Wildgehege

Foto: Michael Brunner

Das Wildtiergehege im Franckepark in Tempelhof ist schon eine Weile Geschichte. Und das wird wohl auch so bleiben. Der Vorschlag der SPD-Fraktion Haus- oder Nutztiere, etwa Schafe, in dem erst kürzlich umgestalteten Park anzusiedeln, fand beim Bezirksamt nur wenig Anklang. Eine artgerechte Haltung sei unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes nicht möglich, heißt es.

Gegen den Protest der Anwohner wurden der Hirsch und die zehn Damhirschkühe in ein Gehege in Brandenburg verlegt. Vonseiten vieler Anwohner war lange um den Verbleib der Tiere im Franckepark gekämpft worden.

Der Bezirk hatte für die Sanierung von insgesamt vier Parks – Lehnepark, Alter Park, Bosepark und Franckepark – mehr als eine Million Euro aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) erhalten. Im Franckepark wurde der Teich entschlammt, Wege erneuert, Bäume und Sträucher beschnitten.

Das Wildtiergehege wurde für die Sanierung aufgelöst

Im Zuge dieser Sanierung verschwand auch das Wildtiergehege. Um erneut Tiere dort anzusiedeln, sei ein gewisser Aufwand vonnöten, so Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Grüne) am Mittwochabend in der Bezirksverordnetenversammlung.

Neben ausreichend großer Weidefläche, die man zunächst schaffen müsste, müsse die Frischwasser- und Futterversorgung der Tiere geregelt werden. Auch Rückzugs- und Schutzmöglichkeiten müssen die Tiere vorfinden sowie durch einen Pfleger betreut werden.

„Eine Umgestaltung des Franckeparks in eine Weidelandschaft findet keine denkmalschutzrechtliche Zustimmung, zumal die Parkanlage gerade denkmalpflegerisch wiederhergerichtet wurde und gemäß den BENE-Förderrichtlinien in den nächsten zehn Jahren nicht verändert oder umgebaut werden darf“, heißt es in der Antwort des Bezirks. Sonst könnte der Bezirk Fördermittel zurückgeben müssen.

Stadträtin Heiß (Grüne): Artgerechte Tierhaltung sei nicht möglich

Christiane Heiß gab an, dass eine Schafweide mit bestimmten Auflagen im Bereich Tier- und Artenschutz einhergeht. Dies sei bereits beim Damwildgehege problematisch gewesen, weshalb das Gehege aufgelöst wurde. Bedingungen wie etwas auf dem Tempelhofer Feld, auf dem in bestimmten Phasen im Jahr eine Schafherde gehalten wird, könne man in einer bezirklichen Parkanlage nicht schaffen, so Heiß.

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Die Begebenheiten sind für Huftiere tatsächlich nicht optimal, sagt Marijke Höppner, SPD-Fraktionsvorsitzende. Zumindest nicht am alten Gehegestandort in einer Senke, wo sich immer wieder Wasser sammeln konnte.

Nässe kann bei Huftieren zu Parasiten- und Klauenerkrankungen führen. Sie glaube trotzdem nicht, dass die Idee vom Tisch ist. Sie sehe durchaus an anderer Stelle im Park Potenzial eine Weide zu errichten. „Das neue Gehege muss aber auch nicht unbedingt im Franckepark sein“, so Marijke Höppner.

Diskussion um ein Tiergehege soll im Ausschuss fortgesetzt werden

Ihr Fraktionskollege Axel Seltz, der sich mit dem Vorschlag eingehender befasst hat, möchte zunächst weitere Möglichkeiten ausgeschöpft wissen. Wenn es keine Schafe sein können, kämen ja vielleicht andere Tiere infrage, so seine Herangehensweise. Ob nicht etwa Ziegen, Esel oder Alpaka infrage kommen und wie ein Gehege geschaffen werden kann, ohne den frisch sanierten Park umbauen zu müssen, darüber will er im Umweltausschuss noch einmal diskutieren. Er habe kein Verständnis für die Reaktion der Stadträtin.

„Andere Bezirke können das auch“, so der SPD-Politiker. In der Neuköllner Hasenheide etwa gibt es einen kleinen Streichelzoo. Ein Tiergehege gibt es auch im Volkspark Rehberge in Wedding, ebenso im Tegeler Forst in Reinickendorf. Der Franckepark hat eben wegen seiner Tiere Besucher angezogen. Und da wolle man wieder hin.