Tempelhofer Hafen

Warnung: Tempelhofer Tauben sind ansteckend

Die toten Tauben, die am Tempelhofer Hafen entdeckt worden sind, können für Menschen ansteckend sein. Das Veterinäramt warnt.

Von vielen ungeliebt: Tauben in Berlin.

Von vielen ungeliebt: Tauben in Berlin.

Foto: Anikka Bauer

Berlin . Die toten Tauben, die am Tempelhofer Hafen entdeckt worden sind, können für Menschen ansteckend sein. Das haben die Befunde des Veterinäramts Tempelhof-Schöneberg ergeben.

Danach sind die Tiere am sogenannten Paramyxovirus Typ 1 erkrankt. Das Virus ist auch auf den Menschen übertragbar. Es kann eine Bindehautentzündung oder grippeähnliche Symptome hervorrufen, ist aber ungefährlich, heißt es aus dem Veterinäramt des Bezirks.

Aufgefundene, verendete Tiere sollen möglichst nicht angefasst werden, so die dringende Warnung. Für das Aufsammeln von verendeten Tieren empfehlen die Experten das Tragen von Handschuhen und Schutzmaske. Die Tiere waren tot aufgefunden und anschließend in einem Labor untersucht worden.

Tote Tauben in Tempelhof: Erreger wird über Kot ausgeschieden

Der Erreger überträgt sich durch direkten Kontakt sowie über die Atemwege. Er wird über den Kot der Tiere ausgeschieden. Ebenso findet sich das Virus in den Sekreten von Augen, des Schnabel und der Nase der Tauben.

Der Paramyxovirus Typ 1 ist ein Virus, das eng mit der sogenannten Newcastle-Krankheit, einer anzeigepflichtigen Tierseuche, verwandt ist, und sich auf Haustauben und andere Vogelarten auswirkt. Erkrankte, tote Tiere müssen entsprechend der Vorschriften in einer Tierbeseitigungsanlage entsorgt werden.

Der Paramyxovirus ist eine häufige Erkrankung bei Tauben, die in den allermeisten Fällen tödlich endet. Taubenzüchter müssen ihre Tiere deshalb impfen lassen. Symptome sind oftmals Lähmungen von einem oder beiden Flügeln. Weitere Anzeichen für eine Erkrankung sind Schiefhaltungen, Kopf- und Halsverdrehungen oder auch der Rückwärtsgang.

Tauben-Virus kann sich auch auf Hausgeflügel übertragen

Das Bezirksamt weist darauf hin, dass sich das Virus auch auf Hausgeflügel übertragen kann. Derzeit seien dem Bezirksamt aber keine solche Fälle bekannt. Der zuständige Fachbereich Veterinär- und Lebensmittelaufsicht weist in dem Zusammenhang auf die Registrierungspflicht für Geflügelhaltung hin.