Tempelhof-Schöneberg

Marienfelder Grundschule für 16 Millionen Euro saniert

Seit 2015 wird die Marienfelder Grundschule saniert. Noch ist sie nicht ganz fertig. Am Freitag kam es zur offiziellen Übergabe.

Momentan gleicht der Schulhof einer Brache. Drinnen lernen die Kinder bereits in hell und mit Holz gestalteten Räumen.

Momentan gleicht der Schulhof einer Brache. Drinnen lernen die Kinder bereits in hell und mit Holz gestalteten Räumen.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Im Außenbereich wird noch tonnenweise Erde bewegt, im Inneren lernen die 620 Schülerinnen und Schüler in modernen, hellen und teils technisch innovativen Räumen: Seit 2015 wird die Marienfelder Grundschule im Erbendorfer Weg umfassend saniert. Derzeit wird noch an den Außenanlagen gearbeitet. Gut 16 Millionen Euro wird am Ende alles gekostet haben. Am Freitag wurde die Schule offiziell übergeben. Damit hat das Großprojekt aber noch kein Ende gefunden. Entstehen soll ein Campus, der auch eine Sekundarschule umfasst.

Brandschutz, energetische Sanierung inklusive moderner Fassade in Holztafelbauweise, Barrierefreiheit: Die To-do-Liste für die Grundschule inmitten eines Wohngebiets aus Hochhäusern in Marienfelde ist lang gewesen. Vieles ist bereits geschafft. Seit den Sommerferien kann der Unterricht in den sanierten Räumen mit komplett neuer Ausstattung stattfinden. Bis Mai nächsten Jahres, mit dem Frühjahr also, sollen die Grundschüler auch wieder draußen

In den ersten beiden Jahren fanden die aufwendigen Umbau- und Sanierungsarbeiten des 70er-Jahre Baus während des laufenden Betriebs statt. Dann war schnell klar, dass man mit kleinen Schritten hier nicht weit kommt. Lehrer und Schüler mussten auf andere Gebäude des Schulkomplexes ausweichen.

Nach etwa zwei Jahren Bauphase konnten zudem Fördergelder für die vollständige Sanierung der Fassade akquiriert werden. Somit wurde die gesamte Maßnahme plötzlich viel größer und dauerte viel länger als zuerst angenommen. Der Schulbetrieb sei so nicht mehr aufrechtzuerhalten gewesen, sagt Klaus Lelickens, von der Abteilung Stadtentwicklung und Bauen des Bezirksamts. Die Schule musste in 1500 Kartons umziehen, 500 Kisten wurden eingelagert.

Da die Räume in den anderen Gebäuden aber nicht ausreichten, hat man den Unterricht auch in insgesamt acht Containern durchführen müssen. Die Arbeiten am leergezogenen Haus seien dafür vier Mal so schnell vonstatten gegangen als die im laufenden Betrieb. Gleichzeitig hat dies neue Handlungsspielräume offenbart. So konnten etwa größere Fenster eingebaut werden.

„Wow-Effekt“ in der Lehrer-Etage

„Keine einfache Aufgabe“ sei das gewesen, resümiert Jörn Oltmann (Grüne), Baustadtrat für Tempelhof-Schöneberg, der das Mammutprojekt gemeinsam mit Schulstadtrat Oliver Schworck (SPD) am Freitag noch einmal Revue passieren ließ. Und doch ein zukunftsweisendes Projekt, so Schworck.

Schulleiterin Ingrid Fuchs blickte auf organisatorisch herausfordernde Zeiten zurück. Vor allem fand sie aber Worte des Danks in Richtung der Mitarbeiter des Bauamts und der unterschiedlichen Gewerke. Sie dankte aber auch ihren Kolleginnen und Kollegen für ihre Geduld.

Fuchs freute sich besonders über die helle und offene Gestaltung der Räume sowie die modernen Luftaustauschgeräte, die in den Wänden der Klassenräume verbaut sind und voll automatisch bei zu hoher CO2-Konzentration in der Luft für Austausch sorgen. Diese würden für ein „angenehmes, behagliches Raumklima“ sorgen, ergänzt Oltmann. Im Verwaltungstrakt, also den Arbeits- und Pausenräumen der Lehrer gab es dann einen „Wow-Effekt“, sagt Ingrid Fuchs. Für das Lehrerkollegium hat man großzügige Räume für die Beratung im Team sowie die Arbeit im Stillen geschaffen.

Areal soll mit Kita und Sekundarschule zu einem Campus werden

Die sukzessive Bearbeitung des gesamten Schulstandorts ist Teil der baulichen Leistungen des Bezirks Tempelhof-Schöneberg im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO) des Senats, für die insgesamt 5,5 Milliarden Euro in Sanierung, Neubau und Unterhaltung in Berlins Schulen gesteckt werden.

Was die baulichen Pläne angeht, lässt sich die Liste also noch weiterführen: Auf dem Areal sollen weitere Gebäude des Komplexes saniert werden, ein Erweiterungsbau am Hauptgebäude soll mehr Platz bieten, Sanierung oder Neubau der Turnhalle steht an. Der Campus soll langfristig durch eine integrative Sekundarschulen und eine Kita ergänzt werden. Um den Standort der Marienfelder Grundschule zu entlasten und aus den zum Teil fünfzügigen wieder vierzügige Klassen zu machen, soll zudem eine weitere Grundschule an der Marienfelder Allee entstehen.