Wirtschaft

DHL Express vergrößert Standort Berlin mit Neubau

In Tempelhof will DHL seinen Expressdienst auf doppelt so viel Produktionsfläche anwachsen lassen. Das schafft Arbeitsplätze.

Die Grundsteinlegung wurde durch den CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Wegner (v. l.), Projektleiter Ulrich Schmidt und DHL Express Deutschlandchef Markus Reckling begleitet.

Die Grundsteinlegung wurde durch den CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Wegner (v. l.), Projektleiter Ulrich Schmidt und DHL Express Deutschlandchef Markus Reckling begleitet.

Foto: Foto: Julia Lehmann

Von Berlin nach Madrid innerhalb eines Tages, nach Singapur zwei: Vieles, was die Berliner besonders schnell von A nach B schicken wollen, landet vermutlich bei DHL Express. Der internationale Expressdienstleister der Deutsche Post DHL Group – Konzernmutter ist die Deutsche Post AG – vergrößert seinen Betriebsstandort in Berlin und zieht auf ein neues Areal in der Tempelhofer Industriestraße.

Am Dienstag erfolgte die symbolische Grundsteinlegung für den 31 Millionen Euro teuren Neubau, in dem auf 20.000 Quadratmetern fast doppelt so viel Platz für die Weiterleitung internationaler Sendungen sein wird wie vorher. Im Herbst 2020 sollen 280 Mitarbeiter vom jetzigen Standort in der Wilmersdorfer Forckenbeckstraße zum neuen Standort umziehen.

Um innerhalb weniger Tage Pakete oder Briefe um die ganze Welt zu schicken, braucht es ein eng geknüpftes Netzwerk aus Transportmitteln und Verteilstationen. Mit dem Neubau am Berliner Standort will DHL Express dem wachsenden Markt nachkommen und seine Kapazitäten erhöhen.

120 Kurierfahrzeuge gleichzeitig beladen

Das erfordert mehr Platz, und der ist in zentraler Lage in der Hauptstadt bekanntermaßen rar gesät. Viele geeignete Flächen gebe es in Berlin nicht mehr, musste denn auch Markus Reckling, DHL Express Deutschlandchef, erfahren, als er das Vorhaben am Dienstag auf der Industriebrache in Tempelhof vorstellte.

Mehr als 125 Jahre lang wurde auf dem Grundstück in der Industriestraße 32 Stahlbau-Geschichte geschrieben. Zuletzt hatte Arcelor Mittal dort eine Fertigungsstätte. In Tempelhof habe man nun einen idealen Standort gefunden: innenstadtnahe Lage, gute Anbindung an den zentralen Umschlagplatz in Leipzig, kaum Anwohner, die sich durch Lieferverkehr gestört fühlen könnten. Und auch für die Flotte der Lieferfahrzeuge, die zu großen Teilen aus Elektrofahrzeugen besteht und somit eine Reichweite von nur 110 Kilometern hat, scheint das Gelände ideal.

Der Neubau wird vier sogenannte PUD-Finger bekommen – das sind Auslieferbänder, über die zukünftig 120 Kurierfahrzeuge gleichzeitig beladen werden können. Neue Technik soll das Sortieren von Sendungen deutlich beschleunigen. Bis zu 6000 davon sollen in einer Stunde bearbeitet werden können.

Expressdienst kann auf 250 Flugzeuge zurückgreifen

Trotz „viel Automatisierungstechnik“ (Reckling), Mitarbeiter braucht es dennoch. Auf die warten modernere Aufenthaltsräume. Und am Standort sollen in den nächsten Jahren sogar noch mehr Arbeitsplätze entstehen. Jedes Jahr wachse man im zweistelligen Bereich, so Reckling.

Das Transportunternehmen kann für seine Arbeit weltweit auf 250 Flugzeuge zurückgreifen. 65 davon stehen am größten Umschlagplatz in Leipzig. Sendungen, deren Ziel außerhalb Europas liegt, landen entweder in Hongkong oder im US-amerikanischen Cincinnati, von wo aus sie weiter verteilt werden. 1,3 Millionen Sendungen werden weltweit täglich durch DHL Express bewegt.

Der Berliner Standort ist neben denen in Dresden, Neumünster, Leipzig, Hamburg, Hannover, Nürnberg und Stuttgart einer der wichtigsten in Deutschland. Vor allem für Transporte durch Großkonzerne wie Zalando oder Amazon oder Transporte im Medizin- und Pharmaziebereich ist der Dienstleister interessant. „Wir bilden die komplette Wirtschaft ab“, so Markus Reckling. Vertreten ist DHL Express so in 220 Ländern und Territorien und beschäftigt weltweit 100.000 Mitarbeiter.

DHL baut zurzeit deutsche Standorte aus

Im Rahmen seines Infrastrukturprogramms investiert der Großkonzern derzeit umfangreich in seine Produktionsstätten in Deutschland. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner begrüßte den Schritt: „Ich freue mich, wenn in Berlin investiert wird.“

Die Marke DHL gehört seit 2002 zur Deutschen Post DHL Group. Der Geschäftsbereich Express ist dabei einer von mehreren. Gegründet wurde das Unternehmen 1969 in San Francisco durch Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. In diesem Jahr wird der Konzern demnach 50 Jahre alt. Die allererste Sendung ging damals von San Francisco nach Honolulu, Hawaii.