Prozess

Streit um „Friedenauer Geisterhaus“ vor Gericht

Die Eigentümerin des leerstehenden Hauses wehrt sich gegen die Forderung, das Haus bewohnbar zu machen. Mittwoch beginnt der Prozess.

Das „Geisterhaus“ in Friedenau

Das „Geisterhaus“ in Friedenau

Foto: Foto: Reto Klar / Reto Klar

Berlin. Seit gut zehn Jahren steht das sogenannte „Friedenauer Geisterhaus“, ein prachtvolles Gründerzeithaus in der Odenwald-/Stubenrauchstraße, leer. Weil die Eigentümerin des Hauses es weder saniert noch vermietet, verfällt es zunehmend. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg will das Haus aber bewohnbar sehen und forderte die Hauseigentümerin mehrfach dazu auf. Nun landet der Fall vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Die Hauseigentümerin hatte dagegen geklagt, das Haus auf eigene Kosten sanieren zu lassen und die 16 Wohnungen zu vermieten. Die Verhandlung beginnt heute um 10 Uhr, Kirchstraße 7.

Der Bezirk hatte sich in seiner Forderung auf das 2014 in kraftgetretene Zweckentfremdungsgesetz berufen, das auch Leerstand als Zweckentfremdung betrachtet. Das Gesetz war ursprünglich verabschiedet worden, um dem Betrieb illegaler Ferienwohnungen Herr zu werden.

Das Haus liegt in einer Seitenstraße der Bundesallee, der Stadtteil Friedenau gilt als gutbürgerlich und ruhig. Das zunehmend verfallende Haus missfällt aber nicht nur dem Bezirk, sondern auch einigen Bürgern, die sich in einer Bürgerinitiative gegen den Verfall wehren. In einer Petition wollen die Anwohner das Bezirksamt dazu bewegen, tätig zu werden. Der Bezirk hatte die Eigentümerin in der Vergangenheit mehrfach mit Bußgeldern belegt.