Volkspark Mariendorf

Im Frühjahr ist wieder Wasser im Blümelteich

Nach der Entschlammung des trockengelegten Teichs folgen nun Arbeiten an den Wegen und der Teicheinfassung.

Seit Januar wird im Volkspark Mariendorf gebaut. Der Blümelteich wird im Zuge der Arbeiten vollends saniert.

Seit Januar wird im Volkspark Mariendorf gebaut. Der Blümelteich wird im Zuge der Arbeiten vollends saniert.

Foto: Foto: Julia Lehmann

Berlin. So lange es die Witterung erlaubt, wird weitergebaut. Im nächsten Frühjahr, so hofft man im Straßen- und Grünflächenamt Tempelhof-Schöneberg, sollen bereits wieder Enten auf dem Blümelteich schwimmen können. Seit Anfang des Jahres wird der Park am Mariendorfer Damm saniert. Aktuell ist der 12.800 Quadratmeter große Teich trockengelegt. Das Becken entspricht damit der Größe von 1,8 Fußballfeldern.

In der Investitionssumme von 2.035 Millionen Euro enthalten, ist unter anderem die Entfernung von Faulschlamm im Bereich des Modellbootteichs, der bis zu 80 Zentimeter auf dem Grund liegt. Dieser enthält Schadstoffe, da der Teich als Regenwasserrückhaltebecken für die Regenwasserkanalisation des nördlich angrenzenden Siedlungsgebietes dient. „Mehrere tausend Kubikmeter Schlamm wurden entfernt, zum Abtrocknen gelagert und nach Schadstoffbelastungsklasse entsorgt“, erklärt dazu das Straßen- und Grünflächenamt um Stadträtin Christiane Heiß.

Stützmauern und Einfassung des Blümelteichs wurden schon erneuert

Parallel dazu wurden die Einfassungen des Teichs abgebrochen und durch neue ersetzt. „Neben Holzfaschinen wurde der historische Teich im südlichen Bereich auch von Stützmauern gefasst“, berichtet dazu das Grünflächenamt. Um dem Denkmalschutz des Volksparks Mariendorf gerecht zu werden, mussten die Mauern und ihre Lage vorher genau dokumentiert werden. Das historische Natursteinmaterial konnte wiederverwendet werden.

Der Blümelteich ist über Verbindungsgräben mit dem viel kleineren Dillgesteich sowie dem etwas kleineren Eckernpfuhl verbunden. Diese Gräben wurden erneuert. Die Verbindung zu anderen Teichen verhindert, dass der Blümelteich überläuft. Um den Wasserspiegel in Trockenzeiten zu halten, wird ein Brunnen gebohrt, der den Teich mit Grundwasser versorgt. Die Bohrung soll im nordöstlichen Bereich vollzogen werden.

Als nächstes werden Uferbereiche befestigt

In den nächsten Monaten werden die zum Teil durch Erosion in Mitleidenschaft gezogenen Uferbereiche befestigt. Die Treppen werden im Sinne des Denkmalschutzes saniert, Parkwege erneuert. Mit der Sanierung der umlaufenden Parkwege konnte bereits begonnen werden. Aus diesem Grund ist der südliche Weg zwischen Mariendorfer Damm und den Sportanlagen im Volkspark nicht benutzbar. Der Park ist während der Bauzeit nur von der Prühßstraße im Norden begehbar.

Der Park wurde zwischen 1923 und 1931 errichtet. 1938 wurde ein Teil des Teichs als erste Berliner Strecke für Modellsegelboote freigegeben. Diese Trennung zwischen Naturteich und Modellbootteich bleibt bestehen. Die baulichen Arbeiten sollen bis zum Jahresende fertiggestellt sein, so dass im Frühjahr der Abschluss der Sanierung mit den Pflanzarbeiten folgen kann.

Anwohner hatten Baumfällungen beklagt

Zu Beginn der Arbeiten mussten 40 Bäume gefällt werden. Anwohner hatten zuvor dagegen protestiert. Laut Angabe des Bezirksamts war nämlich nur von 13 die Rede. Auch aus der Politik kam Protest. Im Grünflächenamt versichert man, dass dies vorher gemeinsam mit der Naturschutzbehörde und der bezirklichen Baumschutzkommission beraten wurde. Die Denkmalschutzbehörde hätte zudem gefordert, die Bäume zu entnehmen, die den Blümelteich historisch nachweislich nicht gesäumt hätten.

Mit der Sanierung von Park und Teich verfolgt der Bezirk zweierlei Zwecke. Zum Einen muss das stehende Gewässer vom Faulschlamm befreit werden, um durch Sauerstoffsättigung die ökologische Stabilität und Wasserqualität wiederherzustellen. Zum Anderen werden Neupflanzungen aber nur noch bedingt erfolgen. Der Park soll so in Zukunft weniger Aufwand bei der Pflege machen. So fallen bei weniger Bäumen am Ufer auch weniger Blätter oder Äste ins Wasser, die das stehende Gewässer verdrecken. Das befestigte Ufer reduziert die Kosten für die Verkehrssicherungspflicht.