Mariendorf

Verband fordert neuen S-Bahn-Halt im Berliner Süden

Im Berliner Süden werden für die „Dresdner Bahn“ Gleise verlegt. Die geforderte S-Bahnstation Kamenzer Damm wird aber nicht mitgebaut.

Fahrgäste stehen an einem S-Bahnhof. (Symbolbild)

Fahrgäste stehen an einem S-Bahnhof. (Symbolbild)

Foto: pa

Berlin. Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) hat sich dafür ausgesprochen, den Bau der „Dresdner Bahn“ zu nutzen, um in Mariendorf eine weitere S-Bahnstation zu errichten. Da zur Zeit in diesem Teilabschnitt bereits Bauarbeiten für die Fernbahntrasse stattfänden, sei es naheliegend, den Haltepunkt am Kamenzer Damm gleich mit zu realisieren. „Die notwendige Baulogistik ist schließlich vor Ort“, argumentiert der DBV-Landesvorsitzende Michael Wedel.

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Bahnverbindung zum BER und nach Prag, Wien und Budapest

Die Deutsche Bahn hatte im Frühjahr mit dem Wiederaufbau der nach dem Zweiten Weltkrieg demontierten Fernbahngleise zwischen Südkreuz und Blankenfelde begonnen. Über sie soll ab 2025 nicht nur der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld schneller mit dem Zug erreichbar sein, sondern auch die Bahnverbindung nach Prag, Wien und Budapest leistungsfähiger werden.

Für DBV-Vertreter Wedel ist es nicht nachvollziehbar, dass in den Plänen für die „Dresdner Bahn“ der S-Bahnhof Kamenzer Damm nicht von vornherein mit berücksichtigt wurde. „Es sind derzeit nicht einmal bauliche Vorleistungen, zum Beispiel durch eine entsprechende Festlegung der Gleisachsen für die S-Bahn, berücksichtigt“, so Wedel.

Senat muss Kosten für den Bau der Station tragen

Der S-Bahn-Halt Kamenzer Damm wird bereits seit Jahren auch von Politikern aus Tempelhof-Schöneberg gefordert. Er würde an der Linie S2 (Bernau–Blankenfelde) zwischen den Bahnhöfen Attila­straße und Marienfelde liegen. Zwar ist die Bahn für den Bau der Station zuständig, bestellt und finanziert werden müsste sie aber vom Senat. Dort hatte sich zuletzt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop für das Projekt ausgesprochen. Eine konkrete Bestellung des Haltepunkts durch die Senatsverkehrsverwaltung steht aber weiterhin aus.

Sollte der S-Bahn-Halt tatsächlich erst nach Fertigstellung des laufenden Projekts gebaut werden, seien zusätzliche Kosten die Folge, befürchtet Wedel. Fahrgäste und Anwohnern würde dies zudem zusätzliche Sperrpausen und Schienenersatzverkehre bescheren.