Tempelhofer Feld

Kinderzirkus Cabuwazi darf wohl auf Tempelhofer Feld bleiben

Der Berliner Senat signalisiert, dass die Zirkuszelte an anderer Stelle auf dem Feld Platz finden könnten.

Anlass zu guter Laune: Für den Cabuwazi-Standort auf dem Tempelhofer Feld scheint eine Lösung gefunden.

Anlass zu guter Laune: Für den Cabuwazi-Standort auf dem Tempelhofer Feld scheint eine Lösung gefunden.

Foto: Foto: Zirkus Cabuwazi

Für den Kinderzirkus Cabuwazi zeichnet sich eine Lösung für seinen Verbleib auf dem Tempelhofer Feld ab. Weil der bisherige Vertrag zum Jahresende ausläuft, war zunächst unsicher, ob der Platz auch in Zukunft zu halten sein würde.

Dieser Vertrag, der mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) geschlossen worden war, ist nämlich an die inzwischen abgebaute Geflüchtetenunterkunft am nördlichen Rand des Feldes geknüpft. Der Zirkus hatte im Rahmen der Flüchtlingsarbeit einen Vertrag für drei Jahre bekommen. Nun will der Zirkus einen neuen mit Grün Berlin vereinbaren – für weitere drei Jahre. Das Landesunternehmen ist für die Bewirtschaftung des Tempelhofer Feldes zuständig.

„Der Zirkus Cabuwazi wird für den Verbleib auf dem Tempelhofer Feld, wenn auch an anderem Ort, einen Antrag nach dem Tempelhofer-Feld-Gesetz stellen“, teilt Jan Thomsen, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr auf Nachfrage mit. Das Gesetz zum Tempelhofer Feld verbietet die feste Bebauung des Feldes.

Neuer Standort an der West-Seite möglich

Es stehe in Aussicht, dass der Zirkus an dem Standort bleiben darf, nur an einer anderen Stelle. Ein möglicher neuer Platz, auch mit Blick auf die bessere Anbindung an den ÖPNV, könnte auf der Seite des Tempelhofer Damms westlich des Feldes sein, teilt Thomsen mit. Eine formale Abwicklung mit neuem Vertrag sowie die Abstimmung mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg müsse aber erst noch erfolgen.

Bei Cabuwazi ist man der Überzeugung, dass der Standort nie dem Gesetz widersprochen hätte, sagt Julia Krautstengel, bei Cabuwazi verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie nimmt an, dass ein Umzug noch nicht bis Jahresende erfolgt sein wird. Dennoch: „Im Moment sind alle sehr froh“, sagt Julia Krautstengel.

Bevor sich abzeichnete, dass Cabuwazi doch nicht vom Tempelhofer Feld verschwinden muss, hatten die Zirkusleute eine Petition gestartet. Vor Ablauf der Frist wurde die Unterschriftensammlung aber gestoppt, weil sich nun eine Lösung abzeichnete. In sieben Tagen hatten 3000 Menschen für den Standorterhalt unterzeichnet.

Im September feierte der Zirkus sein 20. Jubiläum. Für die Feierlichkeiten, zu denen auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gekommen war, hatte das Zirkus-Team bewusst den Tempelhofer Standort gewählt. Vier weitere Standorte existieren in Kreuzberg, Marzahn, Treptow und Altglienicke.

Großes Fest zum 20. Jubiläum

Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen von allen Standorten war eine große Show gezeigt worden. Cabuwazi, was übrigens für „Chaotisch Bunter Wanderzirkus“ steht, hat sich seit seiner Entstehung zu einem der größten Kinder- und Jugendzirkusse in Europa entwickelt. Jede Woche kommen gut 1000 Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene aus der Nachbarschaft zusammen, um zu trainieren. Nicht nur geflüchtete Kinder machen mit.

Alles wird kostenlos angeboten, um gerade für Kinder mit schwierigen sozialen Voraussetzungen ein sinnvolles Freizeitangebot zu schaffen. Angeboten werden zudem Familien- und Mitmachzirkus.

www.cabuwazi.de