Nachtleben

Legendäres Metropol feiert Comeback: Das erwartet die Gäste

David Bowie oder Depeche Mode verliehen dem Metropol Glanz. Auch wilde Partys fanden dort statt. Nun beginnt eine neue Ära in Schöneberg.

Das Metropol in Schöneberg wird wiedereröffnet. Das Hamburger DJ-Duo Moonbootica, Gunjah (Kater Mukke) sowie der Berliner DJ Axel Gallus werden auflegen.

Das Metropol in Schöneberg wird wiedereröffnet. Das Hamburger DJ-Duo Moonbootica, Gunjah (Kater Mukke) sowie der Berliner DJ Axel Gallus werden auflegen.

Foto: Sergej Glanze

Es geht wieder los: Fünf Jahre nachdem die Feier-Location Metropol, zu diesem Zeitpunkt unter dem Namen „Goya“ geführt, geschlossen wurde, gibt es nun einen Neustart. Am Freitag soll die Wiederbelebung des legendären Hauses in Schöneberg, in dem schon Größen wie Nina Hagen, Depeche Mode, David Bowie und andere zu Gast waren, mit einer großen Party gefeiert werden.

Metropol: DJ-Duo Moonbootica legt auf

Seit Wochen wird für das große Eröffnungsevent fleißig Werbung gemacht. In der Innenstadt sind Plakate geklebt worden. Im Netz wird auf die Veranstaltung hingewiesen. Und das erwartet die Gäste: Ab 21 Uhr werden die Türen des beeindruckenden Baus direkt am U-Bahnhof Nollendorfplatz geöffnet sein. Unter anderem das Hamburger DJ-Duo Moonbootica, Gunjah (Kater Mukke) sowie der Berliner DJ Axel Gallus werden erwartet. Der Eintritt kostet knapp 20 Euro. Am Donnerstag waren nur noch wenige Tickets verfügbar.

Am Sonnabend geht die Wiedereröffnung in ihre zweite Runde: Ab 23 Uhr findet das „Grand Opening Part 2 feat. Circus Metropol“ statt. Etliche Performance-Künstler sollen für einen Abend im Zirkus-Stil sorgen. Musik kommt unter anderem von The Shredder.

Millionär Thomas Spindler lässt das Metropol neu aufleben

Wer steckt nun hinter all dem? Neuer Betreiber ist die Zarya International GmbH, eine Messe- und Veranstaltungsfirma, mit Sitz in Schöneberg. Geschäftsführer ist Thomas Spindler, ebenfalls Geschäftsführer von Trinity Music.

Die Firma veranstaltet gut 600 Events im Jahr, vorrangig Rock- und Popkonzerte. Wer schon einmal in der Zitadelle Spandau bei einem Konzert war: Auch dahinter steckt Thomas Spindler. Der Millionär betreibt außerdem das „Huxleys Neue Welt“. In der Schöneberger Vorbergstraße hat er vor ein paar Jahren den Plattenladen „Dodo Beach“ eröffnet.

Die Betreiber wollen mit der Okkupierung dieses ehrwürdigen Ortes hoch hinaus. So heißt es in einer Presseerklärung des Veranstalters, die am Mittwochabend herausgegeben wurde, man wolle wieder „einen Platz für Konzerte im Herzen der City“ schaffen.

Im Metropol sollen auch Empfänge und Galas stattfinden

Insgesamt hält man sich aber bedeckt, was die Zukunft der Kultstätte angeht. Auf spezifische Fragen der Berliner Morgenpost wollte man aber keine Antworten geben. „Zeit, ein neues Kapitel für Konzerte in Berlin aufzuschlagen“, heißt es weiter. Wortreich wird die eindrückliche, historische Architektur des Hauses beschrieben. Kein Zweifel, hier will man an die stilvolle Vergangenheit anknüpfen.

Doch nicht nur schrille, laute Partys, Konzerte oder Shows sollen hier stattfinden. Das Metropol soll auch Anlaufstelle für Empfänge, Gala-Dinners, Modenschauen, Präsentationen oder TV-Produktionen sein.

Die Geschichte des Metropols ist bewegt und abwechslungsreich. Sie beginnt 1905 als Theater mit dem Namen „Neues Schauspielhaus“. Errichtet wurde das pompöse Gebäude mit Theater- und Konzertsaal, unübersehbar an der Ecke zur Schöneberger Motzstraße, über zwei Jahre von der Firma Boswau Knauer. Vor allem gut situierte Bürger sollten angesprochen werden. Das erste dort aufgeführte Stück war William Shakespeares „Sturm“.

Heutiges Metropol war mal eine politische Theaterbühne

Bis 1923 führte das „Theater am Nollendorfplatz“, wie es zwischenzeitig hieß, der Theaterdirektor Herman Haller. Ab 1927 war es eine politische Theaterbühne unter der Leitung von Erwin Piscator, unter anderem mit Stücken von Ernst Toller wie „Hoppla, wir leben noch!“. Bertolt Brecht arbeitete kurzzeitig in der Dramaturgie. Danach wird die Geschichte wechselhafter, die Jahre, in denen am Stück gespielt wurde, weniger.

In der Nachkriegszeit beherbergte das Haus ein Kino und gleichzeitig die Diskothek Metropol. Bis 2005 war es als nobler Speise- und Tanzclub „Goya“ geführt worden. Im Anschluss versuchten noch zwei weitere Betreiber, es als Veranstaltungslocation zu betreiben. Die Unternehmensberatung Treugast ließ es von 2007 bis 2010 sanieren. Seit 2014 stand es leer.

Dem Metropol könnte erneut eine glänzende Zukunft bevorstehen. Auf der Facebook-Seite sind Konzerte und Partys bis in den Juni des kommenden Jahres eingetragen. Darunter Elektro-Partys, etwa mit dem Techno-Urgestein Westbam.

Das für den 22. November angesetzte Konzert mit dem amerikanischen Singer-Songwriter Alec Benjamin ist sogar schon ausverkauft. Erwartet werden auch Vanessa Mai, Jax Jones oder Satori and the band from Space.