Kleistpark

Für Verkehrssicherheit: Bäume mussten gefällt werden

An einem beschnittenen Baum im Schöneberger Kleistpark bekunden Passanten ihr Bedauern mit selbst gemachten Schildern.

"Ich wollte nicht sterben", steht auf diesem Schild, das Passanten an einem der gestutzten Bäume im Kleistpark aufgehangen haben.

"Ich wollte nicht sterben", steht auf diesem Schild, das Passanten an einem der gestutzten Bäume im Kleistpark aufgehangen haben.

Foto: Julia Lehmann

Gerade in diesen Tagen sind die Berliner besonders sensibilisiert für den Klima- und Umweltschutz. Die Bundesregierung legt beim Klimakabinett die Stoßrichtung für die kommenden Jahre fest, in Berlins Straßen gehen am Freitag Tausende für das Klima auf die Straße. Dass im Heinrich-von-Kleistpark in Schöneberg gleich mehrere Bäume gefällt wurden, blieb daher nicht unbemerkt.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg habe die Bäume fällen lassen müssen, weil sie durch lange Trockenheitsperioden instabil zu werden drohten. Insgesamt waren acht Buchen und drei Hainbuchen betroffen. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben gewesen. Ersatzpflanzungen sollen folgen.

Bei einem Besuch des Parks in dieser Woche fallen Schilder aus Pappe auf, die an einem der Bäume direkt am Kammergericht angebracht wurden. Auf einem steht mit schwarzer Schrift geschrieben: „Ich wollte nicht sterben“. Bunte Kritzeleien umrahmen den Text. Vom einst sicher stattlichen Baum ist nur der Stamm geblieben. Die Stellen, an denen die Äste abgesägt worden sind, sind noch frisch.

„Bester Kletterbaum der Welt“

Etwas weiter unten am Stamm angebracht, ist auf einem Zettel zu lesen: „Bester Kletterbaum der Welt“. Das Bild zeigt die Kinderzeichnung eines Baums, daneben Herzen. Kinder und Erwachsene haben hier offensichtlich gemeinsam ihr Bedauern über die gefällten Bäume kundgetan und gleichzeitig die Frage eröffnet, wie man in Zukunft mit den Wetterbedingungen, die auf heimische Pflanzen wirken, umgehen will.

Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Grüne) machte wenig Hoffnung, dass wirklich etwas gegen den Wassermangel, unter dem viele der 63.000 Bäume im Bezirk leiden, getan werden kann. „Berlin ist eine wasserarme Stadt“, so Christiane Heiß.

Man könne nicht alle Bäume wässern, ohne den Grundwasserspiegel extrem abzusenken. Man wolle deshalb mehr Baumarten pflanzen, die den zunehmend trockenen Verhältnissen standhalten.

Christiane Heiß (Grüne): Absterben kann nicht aufgehalten werden

Nachgepflanzte Bäume werden in den ersten fünf bis sieben Jahren mit Wasser versorgt. Danach nicht mehr. Man könne aufgrund des begrenzten finanziellen Rahmens nicht so viele Bäume nachpflanzen wie gefällt werden müssen. Der Bezirk schätzt, dass nach den vergangenen beiden trockenen Sommern insgesamt 6500 Bäume im Bezirk nicht zu retten sein werden. Dass Altbäume absterben, könne man also nicht aufhalten, so Heiß.