Sicherheit

Mitarbeiter für Schulwegsicherung fehlen

In Lichtenrade sollten Sicherheits- verbesserungen auf dem Schulweg geprüft werden. Die Verwaltung hat dafür aber nicht das Personal.

 Kinder sind auf dem Schulweg gefährdet. Denn viele Auto- und Lkw-Fahrer sind oft zu schnell dran.

Kinder sind auf dem Schulweg gefährdet. Denn viele Auto- und Lkw-Fahrer sind oft zu schnell dran.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Tempelhof-Schöneberg.  Der Schulweg zur und von der Käthe-Kollwitz-Schule in Lichtenrade sollte sicherer werden. Dies hatte die Bezirksverordnetenversammlung in Tempelhof-Schöneberg im März beschlossen. Das Gremium forderte damals die zuständige Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Grüne) zum Handeln auf. Die Verwaltung solle Verkehrssicherheitsmaßnahmen für die stark befahrene Kreuzung Goltzstraße/Rehagener Straße prüfen. Die jetzt vorliegende Begründung der Stadträtin, weshalb bislang nichts geschehen ist, sorgt für Verärgerung.

Bodenschwellen oder Smiley sollten Sicherheit erhöhen

Der FDP, die den Antrag einbrachte, schwebte konkret ein sogenanntes Verkehrsberuhigungs-Display vor. Dabei wird die Geschwindigkeit des vorbeifahrenden Fahrzeugs gemessen. Ist sie langsam genug, erscheint ein lächelndes Gesicht, Schnellfahrer werden durch ein trauriges Gesicht ermahnt. „Reicht dies nicht aus, um die Situation zu entschärfen, sind andere Maßnahmen notwendig“, forderte FDP-Fraktionschef Reinhard Frede. Als Beispiel nannte er den Einbau von Bodenschwellen, den sogenannten Verzögerungskissen.

Nur 2,4 Stellen zur Verfügung - theoretisch

Mehrere Monate später teilte Stadträtin Christiane Heiß jetzt mit, dass sie das Anliegen bisher noch nicht prüfen konnte. Sie verwies auf längerfristige Pläne. Die Verkehrssituation im Bereich Bahnhofstraße/Rehhagener Platz werde im Zuge der geplanten Umgestaltung mit Fördermitteln aus dem Programm Aktives Zentrum ohnehin verändert. Außerdem schreibt sie: „Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat mehr als 400 Kilometer öffentliches Straßenland.“ Für Dauermaßnahmen auf diesem umfangreichen Gebiet mit sehr weitreichenden und vielfältigen straßenverkehrsrechtlichen Aufgaben stünden theoretisch Sachbearbeiter mit nur 2,4 Stellen zur Verfügung. Aufgrund einer längeren Abwesenheit seit längerer Zeit seien es aber tatsächlich wesentlich (!) weniger. Deshalb müsse mit einer längeren Bearbeitungszeit gerechnet werden.

FDP-Abgeordneter Krestel: Erinnerung an die DDR

Holger Krestel, Lichtenrader Abgeordneter der FDP im Abgeordnetenhaus, nennt den Umgang mit dem von der BVV beschlossenen Antrag inakzeptabel. „Die Begründung, weshalb so lange nichts passiert ist, erinnert mich an die untergegangene DDR“, sagte Krestel der Berliner Morgenpost. „Damals musste der Fünf-Jahres-Plan erfüllt werden, doch es gab keine Leute, kein Geld und kein Material.“ Ein Bezirk, so wettert er, ist doch keine Kolochose. „Es muss doch nicht erst ein Mensch zu Schaden kommen, bis das Bezirksamt handelt“, kritisiert Krestel.