Streit um Fällung

Bäume an Urania: Künstler verweigert Zusammenarbeit

Der Künstler Bernar Venet, der das Kunstwerk an der Urania geschaffen hat, will keine Gespräche mit dem Bezirk. Das teilte er mit.

Um das  teilweise von den Bäumen verdeckte Kunstwerk an der Urania  wird immer noch heftig gestritten.

Um das teilweise von den Bäumen verdeckte Kunstwerk an der Urania wird immer noch heftig gestritten.

Foto: Gudrun Mallwitz

Berlin.  Im Streit um die sieben Platanen und eine Linde auf dem Mittelstreifen an der Urania in Schöneberg sind Versuche gescheitert, mit dem französischen Künstler Bernar Venet ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten.

Künstler Bernar Venet hat „keine Zeit“

Venet, der in New York lebt, habe dem zuständigen Bezirksamt in Tempelhof-Schöneberg ausrichten lassen, er habe dieses und nächstes Jahr keine Zeit für ein Treffen, teilte Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg mit. Er bleibe bei seiner Forderung, dass die Bäume gefällt werden sollen, damit sein Kunstwerk, die Skulptur „Arc de 124,5°“ besser zu sehen ist.

Heiß warnte erneut davor, „vorschnell irreparable Fakten zu schaffen“. Die Bezirksverordneten haben im Februar mehrheitlich beschlossen, bis zu acht Bäume fällen zu lassen, damit das Kunstwerk besser zu sehen ist. Den Antrag brachten SPD, CDU und FDP ein, die AfD stimmte ebenfalls dafür.

Zuvor hatte Senatskanzleichef Christian Gaebler (SPD) mitgeteilt, Venet und die französische Botschafterin hätten beim Regierenden Bürgermeister zum wiederholten Mal „ihren Wunsch deutlich zum Ausdruck gebracht“, dass Venets Werk den ihm „angemessenen Präsentationsrahmen“ erhalten soll. Es ging für die Antragsteller also auch darum, die deutsch-französische Freundschaft nicht zu gefährden.

Die Grünen, die vehement gegen die Fällung sind, starteten daraufhin eine Online-Petition für den Erhalt der gesunden Bäume. Inzwischen haben mehr als 4700 Unterstützer unterzeichnet.

Kommission für Rückschnitt der Bäume an der Urania

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass nach dem heftigen Protest die Bäume nun doch erhalten bleiben. Am 12. August hat nun laut Heiß die Kunstkommission des Bezirks getagt – und daraufhin den Rückschnitt des Baumbestandes und eine intensivere Pflege empfohlen. Das Land sollte dafür eine Anschubfinanzierung leisten, der Bezirk einen Pflegeplan aufstellen.

Nach Angaben von Kulturstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) tendiert auch der Beratungsausschuss Kunst des Landes Berlin zu einer „behutsamen Aufwertung des Bereichs“. Eine Raumstudie solle in Auftrag gegeben werden.

Senatorin möchte Gestaltungs-Wettbewerb für die Urania

Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, von einer Fällung der Bäume abzusehen. Der Stadtraum um die Urania, so sagte sie jüngst auch im Interview mit der Berliner Morgenpost, sollte grundsätzlich neu geordnet werden. Ziel müsse eine Gestaltung sein, die die Bäume mit einbezieht. Vorstellbar ist laut Günther ein gestalterischer Wettbewerb, in den die Senatsverwaltungen Stadtentwicklung und Wohnen sowie Kultur einbezogen werden.