Tempelhof

Aus für Schulleiterin an der Johanna-Eck-Schule

Die Schulleiterin an der in die Schlagzeilen geratenen Johanna-Eck-Schule in Tempelhof muss ihren Posten räumen.

Die Johanna-Eck-Schule in Tempelhof kämpft darum, ihren angeschlagenen  Ruf zu verbessern.

Die Johanna-Eck-Schule in Tempelhof kämpft darum, ihren angeschlagenen Ruf zu verbessern.

Foto: Sergej Glanze

Berlin.  Die Senatsverwaltung für Bildung zieht Konsequenzen aus den Dauer-Querelen an der Johanna-Eck-Schule in Tempelhof: Die Schule bekommt eine neue Leitung, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag den Abgeordneten im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses mitteilte.

Wegen der Unzufriedenheit mit dem Führungsstil der Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt hatten zuletzt zahlreiche Lehrer die integrierte Sekundarschule verlassen, die Schüleranmeldungen gingen immer weiter zurück. Sie führt seit 2016 die Schule.

Johanna-Eck-Schule in Tempelhof: Schulleiterin beurlaubt

Die Schulleiterin ist nach Informationen der Berliner Morgenpost beurlaubt. Zeitnah werde mit ihr ein Gespräch über ihre weitere berufliche Zukunft geführt. Der stellvertretende Schulleiter soll kommissarisch ihre bisherigen Aufgaben übernehmen.

Die Johanna-Eck-Schule war vor allem damit in die Schlagzeilen geraten, weil Geld in einem Geheimtresor hinter einem Bilderrahmen entdeckt worden war. Es soll sich um Elternbeiträge für Schulbücher gehandelt haben. Özhan-Erhardt hatte das Versteck gemeldet, das aus der Zeit der vorherigen Schulleitung stammte.

An der Schule war über Jahre auch ein illegales Projektkonto geführt worden. Dies hatte die Überprüfung einer Untersuchungsgruppe im Auftrag der Bildungsverwaltung weiter ergeben. Die Schule hatte außerdem bei der Bildungsverwaltung mehr Kinder für das Unterrichtsjahr 2017/18 am Religions- und Weltanschauungsunterricht gemeldet, als die Schule besuchen – um die zusätzlichen Lehrerstunden finanziert zu bekommen.

Hintergrund: Ex-Schulleiterin zahlte Honorare an Mitarbeiterkinder

Klima der Angst und Spaltung an der Johanna-Eck-Schule

Bei der Aufarbeitung der Vorfälle, die sich noch unter der früheren Leitung ereignet hatten, verschärfte sich das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen der derzeitigen Schulleiterin und einem Teil des Lehrerkollegiums zunehmend. Die Rede war bald von einem Klima der Angst und Spaltung.

Viele kritisieren den Führungsstil. Außerdem wehren sich Lehrer gegen den voriges Jahr erhobenen Vorwurf aus der Bildungsverwaltung, es gebe aus dem Lehrerkollegium das Özhan-Erhardt gegenüber Vorbehalte, weil sie türkischer Herkunft sei. Das stimme nicht. Sie sei, so heißt es, ursprünglich einstimmig gewählt worden.

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Sozialarbeiter wollen weg - "Die Schule braucht einen Neustart"

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Bildungssenatorin, die jetzige Schulleiterin abzuberufen, war wohl, dass jüngst nun auch noch die Sozialarbeiter des Jugendhilfe-Trägers KIDS e.V. die mehr als 13-jährige Zusammenarbeit nach Auslaufen des Kooperationsvertrags aufkündigte. Eine „effektive und zielgerichtete“ Schulsozialarbeit sei wegen der unterschiedlichen Interessen nicht mehr möglich, begründete der Verein seinen geplanten Rückzug in einer Erklärung. „Die Schule braucht einen Neustart an der Spitze“, heißt es in der Bildungsverwaltung. „Es war trotz aller Anstrengungen nicht mehr möglich, den Schulfrieden herzustellen.“

Die Johanna-Eck-Schule hat zudem große Pläne: Sie will Gemeinschaftsschule werden, die Umbauarbeiten dafür haben bereits begonnen. In einer Gemeinschaftsschule lernen alle Schüler von Klasse 1 bis 10 zusammen. Alle Schulabschlüsse können dort erworben werden, auch ist es möglich, die Schule bis zur 13. Klasse zu besuchen und das Abitur zu machen. Allerdings wird dies nicht überall angeboten. 51,5 Millionen Euro sollen in den Umbau und die Erweiterung der Schule fließen.