Entscheidung

Betreiber für Kiosk am Perelsplatz in Friedenau gefunden

Der leerstehende, teuer sanierte Kiosk am Perelsplatz in Friedenau wird bald wieder geöffnet. Der Pachtvertrag ist unterschrieben.

Der Kiosk am Perelsplatz in Friedenau wurde liebevoll saniert. Doch dann tat sich  nichts mehr. Er steht bislang leer.

Der Kiosk am Perelsplatz in Friedenau wurde liebevoll saniert. Doch dann tat sich nichts mehr. Er steht bislang leer.

Foto: Gudrun Mallwitz

Berlin.  Der mit hohem Aufwand sanierte und daraufhin lange leerstehende Kiosk am Perelsplatz in Friedenau bekommt endlich einen neuen Betreiber. Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Grüne) jetzt mit, dass ein Pächter gefunden wurde. Das Pachtverhältnis beginne am 1. September. Der neue Betreiber plane ein familienbetriebenes gemütliches Café. Ein konkretes Eröffnungsdatum sei dem Bezirksamt derzeit noch nicht bekannt.

568.500 Euro investiert

Der alte Fachwerkpavillon von 1909 war für 568.500 Euro instandgesetzt worden. Die hohe Summe begründet das Bezirksamt mit hohen Anforderungen, da es sich um ein denkmalgeschütztes Bauwerk handelt. So wurde unter anderem der Keller tiefer gelegt. Die Bauarbeiten erschwerten auch alte Wasser- und Gasleitungen. Nach der Fertigstellung wurde bereits 2017 nach einem Betreiber für das zuletzt als Café genutzte Häuschen gesucht. Doch nichts tat sich. So wurde die Kritik immer lauter.

35 Interessenten meldeten sich

„Am 16. August fanden die finalen Vertragsverhandlungen statt“, teilte jetzt das Bezirksamt mit. Insgesamt hätten sich 35 Interessierte auf die Ausschreibung im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens gemeldet. Konkrete Angebote mit den entsprechend geforderten Unterlagen wurden laut Bezirksamt von sieben Interessierten angegeben.

Zuschlag schon im Oktober 2018

Der Zuschlag durch die Bewertungs- und Auswahlkommission unter Teilnahme der für Grünflächen zuständigen Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) war bereits im Oktober 2018 erteilt worden. Sie hatte zuvor leidenschaftlich für eine Vermietung des Denkmals geworben: „Erwecken Sie ein denkmalgeschütztes Kleinod aus dem Dornröschenschlaf!“ – „Verhelfen Sie dieser Ecke Friedenaus zu noch mehr Attraktivität.“

Abstimmungsbedarf und Arbeitsüberlastung

In diesem Fall aber scheint es zwar Interessenten gegeben zu haben, die unter massiver Personalnot leidende Verwaltung kam aber nicht hinterher. Weshalb hat es überhaupt so lange gedauert? „Aufgrund unterschiedlichster Abstimmungsbedarfe und der Tatsache, dass es in allen Bereichen eine sehr hohe Arbeitsbelastung, unter anderem auch durch verschiedene Abwesenheiten, gab, konnte ein zeitnaher Abschluss des Pachtvertrages nicht realisiert werden“, begründet die Serviceeinheit Facility Management im Bezirksamt den langen Entscheidungsprozess.