SPD-Vorschlag

Ikea soll Parkplatz für Stadtquartier hergeben

Am Sachsendamm in Schöneberg soll gebaut werden, sagt die SPD. Der Bezirk soll sich dafür stark machen. So reagiert das Einrichtungshaus.

Das schwedische Möbelhaus Ikea will sich in Deutschland künftig vor allem in den Innenstädten ansiedeln. Die SPD im Bezirk schlägt vor, das Ikea-Areal am Sachsendamm zum urbanen gewerblichen Quartier weiterzuentwickeln.

Das schwedische Möbelhaus Ikea will sich in Deutschland künftig vor allem in den Innenstädten ansiedeln. Die SPD im Bezirk schlägt vor, das Ikea-Areal am Sachsendamm zum urbanen gewerblichen Quartier weiterzuentwickeln.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Tempelhof. Freie Gewerbeflächen sind knapp im dicht besiedelten Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die SPD-Fraktion sieht aber noch Potenzial zur Nachverdichtung: unter anderem auf dem Ikea-Grundstück am Sachsendamm Ecke Alboinstraße. „Die städtebauliche Situation ist mit dem weitläufigen ebenerdigen Parkplatzflächen in hohem Maße unbefriedigend und unzeitgemäß“, heißt es in einem Antrag, den die Sozialdemokraten am Mittwochabend in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht haben. Er wurde einstimmig in den Wirtschaftsausschuss verwiesen.

Urbanes gewerbliches Quartier um Ikea

„Das Bezirksamt soll bei Ikea anregen, dass auf dem Grundstück ein urbanes gewerbliches Quartier entsteht“, erläuterte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Götz-Geene, zuvor auf Anfrage die Stoßrichtung des Antrags. Neben dem Ikea-Grundstück ist bereits jetzt anderes Gewerbe angesiedelt wie etwa der Baumarkt Bauhaus.

„Unser Vorschlag könnte gut in die neue Strategie von Ikea passen, nach der ihre Möbelhäuser stärker in Innenstadtlagen eingebunden und mit guten Anschlüssen zum ÖPNV versorgt werden sollen“, so Götz-Geene.

Das Grundstück biete ein hervorragendes Potenzial zur Entwicklung des von dem schwedischen Konzern angestrebten Charakters der Verkaufsstandorte und eröffne gleichzeitig Ansiedlungsmöglichkeiten für weitere Unternehmen, heißt es in dem Antrag.

Ikea reagiert überrascht

Lars Rauchfuß, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion und SPD-Kreischef verweist ebenfalls auf die dringende Notwendigkeit, im Bezirk weitere Flächen für Gewerbe zu nutzen. Wohin dann aber mit den Autos? „Parkmöglichkeiten könnten statt dessen in einer Tiefgarage oder einem Parkhaus geschaffen werden“, so Rauchfuß.

Bei Ikea reagierte man überrascht. „Der SPD-Antrag war uns bislang noch nicht bekannt“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Berliner Morgenpost. „Grundsätzlich sind wir natürlich weiteren Gewerbeansiedlungen gegenüber im Umfeld unserer Einrichtungshäuser aufgeschlossen.“

Einer der besucherstärksten Ikea-Standorte

Für den angesprochenen Standort fehlten dafür aber leider die Voraussetzungen, so die Unternehmenssprecherin. Sie betonte: „Unser Einrichtungshaus in Tempelhof ist einer der besucherstärksten Ikea-Standorte in Deutschland. Trotz des relativ hohen ÖPNV-Anteils in Tempelhof können wir leider keine Parkfläche für städtebauliche Projekte zur Verfügung stellen."

Nach aktueller Sachlage sei eine solche städtebauliche Verdichtung am Standort planungsrechtlich ausgeschlossen. „Aus dieser Perspektive stellt sich für uns aktuell nicht die Frage, weiteres Gewerbe auf unserem Grundstück anzusiedeln“, erteilte die Ikea-Sprecherin dem Plan eine Absage.

Doch aufgeben wollen die Bezirksverordneten noch nicht. „Wir wollen mit einem Vertreter von Ikea darüber sprechen und dies im Wirtschaftsausschuss beraten“, so der SPD-Bezirksverordnete Götz.

Autobahn zurückbauen: SPD sorgte für Aufruhr

Die SPD in Tempelhof-Schöneberg hat jüngst mit ihrem Antrag für Aufruhr gesorgt, das kurze Stück Bundesautobahn 103 – die sogenannte Westtangente – vom Steglitzer Kreisel zum Sachsendamm zur Stadtstraße zurückzustufen und vierspurig auszubauen. Sie forderte in dem inzwischen von der BVV beschlossenen Antrag auch, dass der Stadtring A 100 im Bereich des Autobahnkreuzes Schöneberg „überdeckelt“ wird und auch die Verbindungsschleifen zurückgebaut werden.

Mit diesen umstrittenen Maßnahmen soll Platz für Wohnungen und Gewerbe geschaffen werden. Ohne Einverständnis der zuständigen Senatsverwaltungen und des Bundes als Eigentümer der Autobahn ist der Beschluss aber nicht umzusetzen.