Wohnungspolitik

Berliner SPD will Sozialwohnungen auf dem Tempelhofer Feld

Nach dem Tempelhofgesetz ist eine Bebauung ausgeschlossen. Aber: Durch eine Volksbefragung könnte das Gesetz geändert werden.

Ein Radfahrer fährt bei Sonnenuntergang auf dem Tempelhofer Feld.

Ein Radfahrer fährt bei Sonnenuntergang auf dem Tempelhofer Feld.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Sozialdemokraten denken über eine Bebauung von Teilen des Tempelhofer Feldes mit Sozialwohnungen nach. Eine "behutsame Randbebauung" sei sinnvoll, sagte der Fraktionvorsitzende Raed Saleh der RBB-Abendschau am Freitag. "Die SPD ist dafür". Nach dem Tempelhofgesetz, das 2014 nach einem Volksentscheid beschlossen wurde, ist eine Bebauung jedoch ausgeschlossen. Durch eine Volksbefragung des Abgeordnetenhauses könne das Gesetz aber geändert werden, erklärte Saleh. "Eine zweite Frage neu zu stellen, ist legitim".

Kritik kommt von den Linken

Die Berliner Linke widerspricht dem Koalitionspartner. "Wir können die Stadt nicht völlig zubetonieren", sagte die Vorsitzende Katina Schubert dem RBB-Inforadio am Samstag. Es müsse "Raum sein für Grünanlagen, Freizeiteinrichtungen und funktionierende Ökosysteme". Wer das Ergebnis des Volksentscheids von 2014 aufheben wolle, müsse einen neuen Volksentscheid starten.

In der aktuellen Umfrage "Berlin Trend" des Instituts Infratest Dimap im Auftrag der "Berliner Morgenpost" (Samstag) und des RBB sprachen sich 59 Prozent der Befragten für eine Randbebauung des ehemaligen Flughafengeländes mit neuen Wohnungen aus. 38 Prozent lehnen jegliche Bebauung ab. Bei einem Volksentscheid im Jahr 2014 hatten rund zwei Drittel der Bürger gegen jegliche Bebauung des Tempelhofer Feldes gestimmt.