Vorzeigeprojekt

Alte Mälzerei soll Ende des Jahres eröffnen

Am kommenden Sonnabend kann die Baustelle der Alten Mälzerei in Lichtenrade bei einem Fest besichtigt werden.

Investor Thomas Bestgen auf der Baustelle der Alten Mälzerei. Interessierte Bürger können am Sonnabend an Führungen durch das Gebäude teilnehmen.

Investor Thomas Bestgen auf der Baustelle der Alten Mälzerei. Interessierte Bürger können am Sonnabend an Führungen durch das Gebäude teilnehmen.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin.  Die Alte Mälzerei in Lichtenrade wird nach umfangreichen Umbau voraussichtlich Ende des Jahres eröffnet werden. „Wir wollen Weihnachten so weit sein“, sagte Eigentümer und Investor Thomas Bestgen am Mittwoch bei einem Besuch auf der Baustelle an der Steinstraße. Ursprünglich sei der Oktober angepeilt gewesen.

In dem 1898 errichteten Backsteingebäude hatte die Schöneberger Schlossbrauerei einst Malz herstellen lassen. In Spitzenzeiten wurden hier pro Jahr bis zu 60.000 Zentner Malz produziert. Seit 1929 steht der imposante Bau mit seinen 35 Meter hohen Schornsteinen leer, künftig soll die Alte Mälzerei nach jahrzehntelangem Verfall „neuer Magnet“ im Zentrum Lichtenrades sein, wie Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) bei der Besichtigung betonte.

Alte Mälzerei in Lichtenrade: Einziehen sollen die Stadtbibliothek, die VHS und die Musikschule

Einziehen sollen die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und die Musikschule. Der Bezirk will in dem denkmalgeschützten sechsgeschossigen Gebäude ein zweites Experimentarium schaffen, ein Kinder- und Jugendmuseum, in dem das Thema Ernährung und Umwelt im Mittelpunkt steht. Platz findet auch die Suppenküche. Außerdem soll es ein Café geben.

Entwickelt werden soll aber auch das Umfeld - zum „Revier Lichtenrade“. Die UTB Projektmanagement GmbH von Thomas Bestgen plant 200 Wohnungen in gemischter Trägerschaft. Laut Bestgen wird angestrebt, dass das Wohngebiet vor allem genossenschaftlich organisiert wird. Ein Teil der Wohnungen soll mit Wohnberechtigungsschein günstig zu mieten sein und sozialen Trägern für betreutes Wohnen zur Verfügung gestellt werden.

Auch Schwimmhalle in der Alten Mälzerei geplant

Auch eine Schwimmhalle mit einem 8 Meter mal Zehn-Meter-Schwimmbecken ist vorgesehen, das den Anwohnern zur Verfügung stehen soll. Laut Bestgen soll mit dem Bau der Wohnungen im Sommer 2020 begonnen werden, es werde mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet.

Der Investor, der bei der Entwicklung von Stadtquartieren auf eine aktive Beteiligung von Bürgern setzt, hob die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Akteuren des Aktiven Zentrums Lichtenrade hervor. 2015 wurde das Gebiet um den Lichtenrader Bahnhofstraße durch einen Senatsbeschluss in das Städtebauförderprogramm Aktive Zentren aufgenommen.

Es werde in Berlin immer schwieriger, Grundstücke zu erwerben, so Bestgen. „Investoren kommen im Duden in Berlin direkt nach Kleinkriminellen“, so sein Eindruck. Das Projekt in Lichtenrade wird auch von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) gelobt. Es sei ein besonders gutes Beispiel für Stadtentwicklung, wie sie in Zukunft aussehen solle - nicht ausgerichtet auf Gewinnmaximierung, sondern auf ein Miteinander, das allen nütze.

Großes Fest am Sonnabend

Am kommenden Sonnabend, 11. Mai, haben die Bürger die Möglichkeit, sich die Baustelle anzuschauen.

Am Tag der Städtebauförderung ist auf dem Gelände der Alten Mälzerei in Lichtenrade von 12 bis 22 Uhr ein großes Fest geplant.

Dazu laden das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, das Aktive Zentrum in Lichtenrade und Eigentümer Thomas Bestgen ein. Auch die Baustelle kann dabei besichtigt werden. In die Alte Mälzerei fließen Fördermittel von rund 2,3 Millionen Euro.

Podiumsgespräch mit Senatorin Katrin Lompscher

Kinder und Jugendliche sind beim Tag der Städtebauförderung zu einem Graffiti-Workshop und zum Basteln für ein Baustellen-Maskottchen für den anstehenden Umbau der Bahnhofstraße aufgerufen.

Für 13 Uhr ist ein Podiumsgespräch mit Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) und Kulturstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) vorgesehen.

Parkplätze stehen nur begrenzt zur Verfügung. Es wird dazu geraten, mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß anzureisen.

Alte Mälzerei, Steinstraße 37-41, 12307 Berlin, S-Bahnhof Lichtenrade

Weitere Infos: https://az-lichtenrade.de/tag-der-staedtebaufoerderung-2019/

www.utb-berlin.de