Mehr Menschlichkeit

Zentrale Trauerfeier für einsam Verstorbene

Die CDU in Tempelhof-Schöneberg fordert im Bezirk eine Trauerfeier für einsam Verstorbene. SPD und FDP unterstützen das.

Auf Berliner Friedhöfen werden immer mehr Menschen ohne würdige Trauerfeier bestattet.

Auf Berliner Friedhöfen werden immer mehr Menschen ohne würdige Trauerfeier bestattet.

Foto: Maurizio GambarinI

Berlin.  Etwa 3000 Menschen in Berlin werden jedes Jahr „ordnungsbehördlich bestattet.“ Ein schlichter Verwaltungsakt, ohne würdiges Gedenken. Die CDU in Tempelhof-Schöneberg fordert nun, dass der Bezirk einmal im Jahr eine zentrale Trauerfeier für diese verstorbenen Menschen ausrichtet. „Wir müssen diesem Verwaltungsakt wieder Menschlichkeit und Würde verleihen. Auch den einsam verstorbenen Personen muss die letzte Ehre erwiesen werden“, sagt der Antragsteller, CDU-Bezirksverordneter Patrick Liesener.

Trauerfeier an einem Sonntag

Werden keine Angehörigen ausfindig gemacht und hat die oder der Verstorbene kein Geld für die Beerdigung hinterlassen, muss der Bezirk die ordnungsbehördliche Bestattung vornehmen. Die Trauerfeier sollte an einem Sonntag stattfinden und offen sein für Angehörige, Freunde und anteilnehmende Bürgerinnen und Bürger sein.

Vorschlag findet Unterstützung

Die SPD-Fraktion unterstützt den Vorstoß als Mitantragssteller. Die FDP signalisiert ebenso Zustimmung. Auf Wunsch der Grünen, die in der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch einen Änderungsantrag dazu stellten, wurde die Initiative zunächst in den Hauptausschuss überwiesen.

Vorreiter Reinickendorf

Tempelhof-Schöneberg wäre nicht der erste Bezirk, der eine solche Trauerfeier veranstalten würde. Erstmals hat in diesem Jahr das CDU-geführte Bezirksamt Reinickendorf gemeinsam mit den Kirchen und ehrenamtlichen Helfern im Rahmen einer öffentlichen Trauerfeier jener Verstorbenen würdevoll gedacht. Der Zuspruch aus der Bevölkerung war groß. Es kamen etwa hundert Bürgerinnen und Bürger, ein Quartett begleitete die Zeremonie musikalisch.

Der CDU-Bezirksverordnete Hagen Kliem aus Lichtenrade, Mitinitiator des aktuellen CDU-Vorstoßes appelliert an das Bezirksamt: „Tempelhof-Schöneberg sollte diesem guten Beispiel folgen – für mehr Menschlichkeit in unserem Bezirk.“