Rummel in Marienfelde

Deutsch-Amerikanisches Volksfest ist in Gefahr

Der Standort im Marien-Park steht 2019 nicht mehr zur Verfügung. Bezirksamt soll bei der Suche nach einer anderen Fläche helfen.

Deutsch-Amerikanisches Volksfest

Deutsch-Amerikanisches Volksfest

Foto: Daniel Reinhardt / picture alliance / dpa

Thilo-Harry Wollenschlaeger sucht dringend ein neues Gelände für das Deutsch-Amerikanische Volksfest. Geplant und angekündigt war, dass es vom 19. Juli bis 11. August 2019 wieder im Marien-Park in Marienfelde stattfindet, wie schon in den vergangenen zwei Jahren.

Doch nun werde diese Fläche auf dem einstigen Gasag-Areal gebaut, sagte der Schausteller und Organisator des Festes auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Ein Rechenzentrum solle entstehen. Als Alternative sei ihm ein benachbartes Areal im Marien-Park in Aussicht gestellt worden, so Wollenschlaeger. „Doch sie wird für bauvorbereitende Maßnahmen gebraucht.“

Thilo-Harry Wollenschlaeger hat den Senat und Bezirkspolitiker um Hilfe gebeten. Was er für das Event braucht, sind zwischen 30.000 und 40.000 Quadratmeter Fläche. „Wir sind pflegeleicht, sorgen selbst für Strom, für Be- und Entwässerung und Toiletten.“ Man habe immer die Miete bezahlt und das Gelände im ordentlichen Zustand hinterlassen.

Wollenschlaeger liegt viel daran, dass die lange Tradition fortgesetzt wird und das Fest zum 58. Mal stattfinden kann. Nicht nur wegen der vielen Familien, die kommen, um mit Riesenrad, Achterbahn oder Wildwasser-Bahn zu fahren, und eine fröhliche Zeit beim Volksfest zu verbringen. Das Fest bedeutet auch ein Einkommen für Schausteller, Gastronomen, Zulieferer und Transportfirmen. Insgesamt etwa 1000 Arbeitskräfte seien betroffen, wenn es ausfallen müsste, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger. Vom Senat hat er noch keine Antwort auf seinen Brief bekommen.

„Wir brauchen schnelle, unbürokratische Hilfe“

Doch die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg will helfen. Sie hat auf ihrer Sitzung im Februar beschlossen, dass das Bezirksamt die Veranstalter des Volksfestes bei der Suche nach geeigneten Flächen unterstützen soll. Den Antrag stellte die CDU-Fraktion. Die Begründung: In diesem Jahr sei es besonders wichtig, die deutsch-amerikanische Freundschaft zu feiern, denn das Ende der Berlin-Blockade jähre sich zum 70. Mal.

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest im Marien-Park habe sich 2017 und 2018 großer Beliebtheit erfreut. „Vielleicht findet sich ein Gelände im Bezirk, das 2020 bebaut werden soll und in diesem Jahr noch für das Volksfest zur Verfügung gestellt werden kann“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt.

Rund 300.000 Besucher kamen 2018 zum Deutsch-Amerikanische Volksfest. Ein kostenloser Bus-Shuttle vom U-Bahnhof Alt-Mariendorf zum Marien-Park war eingerichtet. Eine Kaffee-Tafel für Senioren, eine Casting-Show und Backstage-Touren gehörten zum Programm. Auch 2019 wollen die Veranstalter wieder vielfältiges Event auf die Beine stellen. „Wir brauchen schnelle, unbürokratische Hilfe“, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger.