Arrest

Berlin baut neue Plätze für Gefangene

In Lichtenrade entsteht eine Arrestanstalt für jugendliche Straftäter. Sie soll bis Jahresende fertig sein.

Außenansicht der Zellen. Die künftige Arrestanstalt für jugendliche Straftäter soll bis zum Ende dieses Jahres in der Hauptstadt fertig sein.

Außenansicht der Zellen. Die künftige Arrestanstalt für jugendliche Straftäter soll bis zum Ende dieses Jahres in der Hauptstadt fertig sein.

Foto: Alexander Prautzsch / dpa

Berlin. Die künftige Arrestanstalt für jugendliche Straftäter soll bis zum Ende dieses Jahres in der Hauptstadt fertig sein. 31 Plätze für Jugendliche aus Berlin und Brandenburg stehen dann bereit, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. 2,8 Millionen Euro seien für den Um- und Ausbau der Lützowstraße 45 im Stadtteil Lichtenrade veranschlagt.

Derzeit gibt es eine Übergangslösung. Zu Arrest verurteilte Jugendliche sind in einem Backsteinbau vor den Mauern der Strafanstalt Plötzensee untergebracht. Das Gebäude gehört zum offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee. Aus der bisherigen Arrestanstalt am Kirchhainer Damm, in der oft Plätze frei geblieben waren, wurde das Berliner Abschiebegefängnis. Dort werden Kriminelle und islamistische Gefährder bis zu ihrer Ausreise untergebracht.

Jugendarrest wird für kleinere Delikte verhängt und dauert bis zu vier Wochen. Straftäter bis zu 21 Jahren sollen vor dem Gefängnis bewahrt werden. Laut Gesetz steht die Erziehung im Vordergrund. Jugendliche im Arrest gelten noch nicht als vorbestraft.

Veränderungen auch in der JVA Tegel geplant

Auch in der JVA Tegel, die mit rund 930 Plätzen für Männer zu den deutschlandweit größten Gefängnissen zählt, sind Veränderungen geplant. Die ersten Gebäude des Komplexes waren 1898 in Betrieb genommen worden. Bis zum Jahr 2025 soll das Areal für rund 53 Millionen Euro saniert werden.

Zunächst werde die seit Jahren geschlossene Teilanstalt III so umgebaut, dass rund 160 zeitgemäße Hafträume mit abgetrennter Sanitärzelle entstehen, unterstrich der Justizsenator. Es werde denkmalgerecht saniert. Bis 2023 seien dafür rund 29 Millionen Euro veranschlagt. In den Berliner Haftanstalten sitzen etwa 4000 Gefangene ihre Strafen ab.

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