Spendenhilfe

Berlinerin verkauft ihr Motorrad, um Obdachlosem zu helfen

Eine Lehrerin will einem obdachlosen Mann helfen, der hinter der Haltestelle an Martin-Luther-Straße lebt.

Petra Pavlisin will ihr Motorrad,  eine Yamaha XT 500, Baujahr 1983, verkaufen und den Erlös spenden.

Petra Pavlisin will ihr Motorrad, eine Yamaha XT 500, Baujahr 1983, verkaufen und den Erlös spenden.

Foto: Gudrun Mallwitz

Schöneberg. Sein Schicksal berührt die Menschen: Seit mehr als einem Jahr lebt ein Obdachloser in den Kolonnaden hinter einem Pfeiler des Amtsgerichts an der Martin-Luther-Straße in Schöneberg. Umgeben von Mülltüten sitzt er in seiner Ecke, ein Tuch um den Kopf gelegt. Manchmal kommt ein kurzer Blickkontakt zustande. „Wenn ich ihn anschaue, schaut er ab und zu zurück. Es ist ein freundlicher Blick“, sagt Petra Pavlisin.

Die Lehrerin will dem Mann in Not helfen. „Ich möchte mein altes Motorrad verkaufen und den Erlös dafür spenden, dass er versorgt wird“, sagte die 52-Jährige der Berliner Morgenpost. „Wenn er sich nicht helfen lässt, würde ich diese Summe der Obdachlosen-Hilfe zukommen lassen.“ Dafür sucht sie eine Werkstatt oder einen Schrauber, der die Yamaha XT 500, Baujahr 1983, für den guten Zweck wieder in Schuss bringt. Wer dazu bereit ist, kann sich über die E-Mail-Adresse martinlutherhilfe@web.de an sie wenden.

Stadtmission begrüßt die Spendenhilfe

Die Sozialstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Jutta Kaddatz (CDU), kennt das traurige Schicksal des Mannes. Ordnungsamt, sozialpsychiatrischer Dienst, Caritas und Kältehilfe versuchten, sich um ihn zu kümmern. Er leidet offenbar unter einer psychischen Erkrankung. Der Mann spricht Deutsch und kann auch verstehen. „Er lehnt Hilfe bislang ab“, berichtet Claudia Haubrich von der Bahnhofsmission Zoologischer Garten auf Anfrage.

Sozialarbeiterin Ilona Ruppel (29) von der Stadtmission begrüßt das in Aussicht gestellte finanzielle Engagement. „Spenden ermöglichen uns regelmäßige Einzelbetreuungen“, sagt sie. „Oft dauert es sehr lange, bis die Menschen in Not Vertrauen gefasst haben.“ Die Einzelfallhilfe, die durch Spenden finanziert werde, erleichtere den Zugang zu den oft misstrauischen und enttäuschten Menschen.

Verein für Berliner Stadtmission, IBAN: DE63 1001 0500 0003 1555 00, Bank für Sozialwirtschaft / BIC: BFSWDE33BER, Verwendungszweck: Mobile Einzelfallhilfe.

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