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Stadtumbau-Projekt

Start für neues Stadtquartier in Tempelhof

Am Dienstag wurde der offizielle Start für das Stadtumbau-Projekt „Neue Mitte Tempelhof“ verkündet. Ein Überblick.

Blick vom Rathausturm: Neben dem Tempelhofer Damm soll ein neues Wohnquartier entstehen, auch bekommen Kultur- und Bildungseinrichtungen, Polizei und das Schwimmbad einen neuen Platz.

Foto: Gudrun Mallwitz

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Berlin. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg haben am Dienstag gemeinsam den offiziellen Start für das Stadtumbau-Projekt „Neue Mitte Tempelhof“ verkündet. Hier ein Überblick über die geplanten Vorhaben in den nächsten Jahren.

Was genau ist die Neue Mitte?

Die Neue Mitte Tempelhof wird eines von 14 neuen vom rot-rot-grünen Senat beschlossenen Stadtquartieren. Um das Rathaus Tempelhof herum sollen bis zum Jahr 2030 rund 180 Millionen Euro investiert werden. In Wohnungen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, außerdem in einen Erweiterungsbau für das Rathaus, eine neue Polizei und in die Parks und Fahrradwege. Bestehende Gebäude wie der Rathausanbau, die Schwimmhalle, Bibliothek und das Polizeigebäude sollen abgerissen werden.

Wieviele Wohnungen sollen entstehen?

An der Götzstraße neben dem Rathaus Tempelhof ist ein neues Wohnquartier mit etwa 500 Wohnungen vorgesehen. Jörn Oltmann, Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg (Grüne), zufolge entstehen auf den vorwiegend landeseigenen Flächen zur Hälfte Sozialwohnungen (Monatsmiete zwischen 6,50 und 7,50 Euro netto kalt), die anderen Wohnungen sollen zu Durchschnittsmieten von maximal 10 Euro netto kalt angeboten werden. Der Staatssekretär für Wohnen, Sebastian Scheel (Linke) stellte heraus, dass hier gemeinwohlorientierter Wohnungsbau in zentraler Lage entstehe.

Wer baut die Wohnungen?

Welches städtische Wohnungsunternehmen baut, ist noch nicht entschieden. Auch Genossenschaften sollen beteiligt werden. Zusätzliche Parkplätze werden durch eine Quartiersgarage geschaffen. Geplant ist zudem eine Kita. Laut Baustadtrat Oltmann ist damit zu rechnen, dass etwa 2026 mit dem Bau begonnen werden kann und im Frühjahr 2027 dann die ersten Bewohner einziehen können.

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Was entsteht in welcher Reihenfolge?

Erster Schritt: Zuerst soll das Gebäude an der Götzstraße 6 abgerissen werden, in dem die Polizei untergebracht ist. Nach noch nicht verbindlichem Zeitplan etwa 2021/2022 mit dem Neubau für die Polizeidienststelle in der Götzstraße 36 begonnen werden.

Zweiter Schritt: Sobald der Neubau des Stadtbades Tempelhof an der Götzstraße 20 fertig ist, wird das bisherige Schwimmbad abgerissen. Der Badebetrieb soll während der gesamten Bauphase aufrecht erhalten werden. Das neue Stadtbad für den Schul-, Vereins- und Gesundheitssport könnte ab 2023 gebaut und 2026 eröffnet werden.

Dritter Schritt: Die Bezirkszentralbibliothek soll in das neue Kultur- und Bildungshaus an den Tempelhofer Damm ziehen. Es könnte nach derzeitigem Zeitplan 2026 eröffnen. In dem Haus sollen die Bezirkszentralbibliothek, die Volkshochschule, die Musikschule und die kommunale Galerie Platz finden. Die Bezirksstadträtin für Kultur, Jutta Kaddatz (CDU) erläuterte, dass die bisherige Ein-Raum-Bücherei keine Rückzugsräume biete und nicht den Anforderungen einer modernen Bibliothek entspreche.

Vierter Schritt: Nach dem Abbruch der Bestandsbauten sollen auf den frei gewordenen Flächen etwa im Jahr 2026 die vorgesehenen Wohnungen gebaut werden.

Fünfter Schritt: Zuletzt wird der Stadtplatz mit einem Café geschaffen und das Rathaus erweitert. Fertig gestellt soll der Rathausbau etwa 2027.

Was passiert mit den umliegenden Parks?

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bereitet bereits die Umgestaltung des Franckeparks, des Boseparks, des Lehneparks und des Alten Parks vor. Begonnen wird mit dem Franckepark, dort sollen bis Februar 15 Bäume gefällt werden, im Herbst sind Nachpflanzungen vorgesehen. 2020 sind der Lehnepark und der Alte Park an der Reihe. 2021 folgt der Bosepark. Geplant ist gegen den Widerstand von Anwohnern, das Damwildgehege zu beseitigen und an dieser Stelle eine Wiese anzulegen.

Woher kommt das Geld?

Finanziert werden die rund 180 Millionen Euro für die Neue Mitte aus unterschiedlichen Quellen: Es handelt sich dabei um europäische Mittel und um Bundes- und Landesmittel sowie Geld, das der Bezirk in den nächsten Jahren bereit stellt.

Wie funktioniert die Bürgerbeteiligung?

Über die Planungsziele für die „Neuen Mitte Tempelhof“ können sich alle Bürgerinnen und Bürger ab sofort in einer Ausstellung im Foyer der Bezirkszentralbibliothek im Eva-Maria-Buch-Haus, Götzstraße 8-12, informieren.

Informationen liefert zudem die Broschüre „Stadt weiterbauen: Neue Mitte Tempelhof gestalten“, Sie liegt in der Bibliothek sowie in den Rathäusern Tempelhof und Schöneberg aus oder im Internet als Download abgerufen werden. Weitere Informationen: Weitere Informationen: www.stadtentwicklung.berlin.de/download/neue-mitte-tempelhof/

Können die Bürger mitreden?

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) stellte in Aussicht, dass die Bürger in alle wesentlichen Schritte miteinbezogen werden sollen. Das Berliner Planungsbüro „Stern“ Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung“ werde zunächst in den nächsten zwei Jahren als Gebietsbeauftragte die Planungsbeteiligten koordinieren und die Akteure vor Ort vernetzen. Geplant seien vertiefende Gespräche mit Anwohnern, Nachbarschaft und Pächtern von Kleingärten. Denn einige Parzellen einer Kleingartenanlage müssen aufgelöst werden. Das Pfadfinderheim an der Götzstraße soll erhalten bleiben.

Im Frühsommer soll ein mehrmonatiges Architektur- und Stadtplaner-Werkstattverfahren für die städtebauliche Neugestaltung starten. Dort, so wird versprochen, sollen sich auch die Bürger einbringen können.

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