Jugendzentrum

Bezirksamt sucht nach neuem Ort für das Jugendzentrum Potse

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Sabine Flatau
Das Jugendzentrum Potse & Drugstore in der Potsdamer Straße 180 muss Anfang Januar schließen.

Das Jugendzentrum Potse & Drugstore in der Potsdamer Straße 180 muss Anfang Januar schließen.

Foto: Gudrun Mallwiitz / Gudrun Mallwitz

Der Stadtrat Oliver Schworck spricht mit den Senatsverwaltungen. Über diese Standorte wird diskutiert.

Berlin. Als künftiger Veranstaltungsort für die selbstverwalteten Jugendtreffs „Potse“ und „Drugstore“ ist die Zollgarage auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in der Diskussion. Das Bezirksamt und die Tempelhof Projekt GmbH seien derzeit darüber im Gespräch, sagte der FDP-Fraktionschef in der Bezirksverordnetenversammlung, Reinhard Frede. "Die Zollgarage ist für Punk-Konzerte geeignet."

Eine Entscheidung gebe es jedoch noch nicht. Die Freien Demokraten werfen Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) vor, den Umzug von Potse und Drugstore nicht rechtzeitig zur Chefsache gemacht zu haben. Es habe zulange gedauert, bis er sich mit Nachdruck um einen Ersatzstandort gekümmert habe, so Reinhard Frede.

Denn noch immer sitzen die Potse-Aktivisten in den Räumen an der Potsdamer Straße 180 in Schöneberg, obwohl diese längst an den Eigentümer zurückgegeben sein sollten. Der Jugendclub Drugstore, der ebenfalls an der Potsdamer Straße 180 beheimatet war und ausziehen sollte, gab die Schlüssel fristgemäß Ende 2018 ab.

Bezirk sucht einen Ort für die Punkkonzerte

Neue Räume für beide autonomen Jugendzentren will das Bezirksamt an der Potsdamer Straße 134 herrichten lassen. Es hat den Mietvertrag für diesen Standort bereits unterschrieben. Doch Punk-Konzerte, wie sie Potse bislang regelmäßig veranstaltet hat, sind dort nicht erlaubt. Bis dafür ein geeigneter Ort gefunden ist, wollen die Aktivisten des Jugendzentrums am alten Standort bleiben. Das ist auch für den CDU-Fraktionschef in der BVV, Matthias Steuckardt, nicht akzeptabel. „Der Bezirk darf sich nicht von einer Jugendeinrichtung auf der Nase herum tanzen lassen“, sagt der Politiker. „Er bezahlt die Miete.“

Jugendstadtrat Schworck setzt sich außerdem dafür ein, dass der Hochbunker an der Pallasstraße umgebaut wird, sodass dort die Punk-Konzerte stattfinden können. Er ist dazu im Gespräch mit mehreren Senatsverwaltungen.

Zum Jahresende 2018 endete der Mietvertrag des Bezirks für die Räume an der Potsdamer Straße 180. Am 31. Dezember sollte das Potse-Team die Schlüssel zurückgeben. Doch das geschah nicht. Auch ein weiterer Termin, der für den 14. Januar angesetzt war, verstrich. Durch die verweigerte Schlüsselübergabe könnten sich zusätzliche Kosten für den Bezirk ergeben, so Stadtrat Schworck in seiner Antwort auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion in der BVV am 16. Januar.

Auswirkungen auf den Etat des Jugendamtes seien möglich. Die dringend notwendige finanzielle Verstärkung vieler Projekte der Jugendarbeit werde erschwert. Das Bezirksamt hat jedoch noch keine detaillierten finanziellen Forderungen vom Eigentümer bekommen. „In den Räumen an der Potsdamer Straße 180 soll ein Coworking Space eingerichtet werden“, so FDP-Fraktionschef Reinhard Frede. Weil sich dieser Umbau verzögert, sei eine Schadenersatzforderung möglich.

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