Bauvorhaben

Neubau an der Potsdamer Straße heißt "Wirtschaftswunder"

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Katja Wallrafen

Grundsteinlegung auf dem ehemaligen Commerzbank-Areal an der Potsdamer Straße. Fassaden der beiden anderen Gebäude bleiben weitgehend erhalten.

Schöneberg. Die Prosa von Immobilienentwicklern ist immer wieder spannend. „Im Wirtschaftswunder“ hat die Pecan Development GmbH das ehemalige Commerzbank-Areal an der Potsdamer Straße getauft, das sie momentan „revitalisiert“. Der klangvolle Name erinnere zum einen an die boomenden 50er-Jahre, als die deutsche Wirtschaft kaum Grenzen kannte. Und zum anderen symbolisiere er den aktuellen Erfolg der Wirtschaftsmetropole Berlin, die im vergangenen Jahr das höchste Beschäftigungswachstum vorzuweisen hatte, so Jan Kunze, Geschäftsführender Gesellschafter der Pecan Development GmbH: „Der Neubau erhält eine dynamische Architektur und steht für das pulsierende, internationale Berlin im 21. Jahrhundert.“

Gestern wurde der Grundstein gelegt für den Neubau an der Bülowstraße 80 (Ecke Steinmetzstraße). Zwei Tageszeitungen, darunter die Berliner Morgenpost, ein Satz aktueller Münzen sowie Projektinformationen wandern zusammen mit dem Grundstein in der Erde. Der Neubau im „Wirtschaftswunder“ heißt „Zentrale“. Er ist geplant an der Stelle, wo einst der Schalterraum der Commerzbank war. Es wird sieben Geschosse haben und eine geschwungene, weiße Fassade aus Metall und Glas. Mitte 2020 soll das Gebäude inklusive seiner Terrassen und Loggien fertig sein.

Fassaden der benachbarten Gebäudeteile bleiben erhalten

Die Fassaden der beiden anderen Gebäudeteile im „Wirtschaftswunder“, das „Forum“ an der Potsdamer Straße 125 und das „Kontor“ an der Bülowstraße 78, bleiben weitgehend erhalten. Insgesamt entstehen 27.000 Quadratmeter Büroflächen sowie 3000 Quadratmeter Flächen für den Einzelhandel oder für Gastronomie, erläuterte Georg Gewers, einer der beiden Partner des Kreuzberger Architektenbüros Gewers Pudewill, das für den Entwurf verantwortlich zeichnet.

Gebäude soll Potsdamer Straße aufwerten

„Wir freuen uns, an diesem geschichtsträchtigen Ort etwas Neues entstehen zu lassen, das anknüpft an das, was bislang passiert ist. Diese Spannung zwischen Alt und Neu, die besondere Atmosphäre an der Potsdamer Straße, die sich mit ihren Brüchen zeigt, die sich aber in jüngster Zeit mit ihren Galerien und Räumen für junge Kunst weiterentwickelt hat - das ist ein inspirierendes Umfeld.“ Das ehemalige Bankgebäude habe sich geschlossenen gezeigt, so wie es den damaligen Baugepflogenheiten entsprochen habe, so der Architekt. „In Zukunft wird es hell, offen und elegant“, versprach Gewers.

Auch Jörn Oltmann, stellvertretender Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg und Baustadtrat, zeigte sich zuversichtlich, dass die Straße mit dem neuen Gebäudeensemble aufgewertet wird. „Die Aufenthaltsqualität wird sich verbessern, es werden begrünte Dach- und Hofflächen entstehen, die der Allgemeinheit zugänglich sind“, sagte er. Wo vorher Parkplätze waren, sollen eines Tages grüne Höfe entstehen. Pecan Development strebt für den Neubau zudem das „LEED Gold Zertifikat“ an, eine der höchsten Nachhaltigkeitsklassifizierungen. Auch ein Fahrradkonzept sowie Elektroladestationen für Pkw sind für das neue Ensemble geplant.