Kulturprojekt

Wichtiger Schritt für das Projekt "Alte Mälzerei"

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat das Finanzierungskonzept für die Alte Mälzerei beraten. Eine hohe Fördersumme ist notwendig.

Große Pläne für  die Alte Mälzerei in Lichtenrade, doch sind sie finanzierbar?

Große Pläne für  die Alte Mälzerei in Lichtenrade, doch sind sie finanzierbar?

Foto: JACOB BESTGEN / Jacob Bestgen

Berlin. Das Finanzierungskonzept für den Umbau der Alten Mälzerei in Lichtenrade liegt vor. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg an diesem Dienstag auf Vorschlag der Stadträtin für Bildung, Kultur und Soziales, Jutta Kaddatz (CDU) darüber beraten.

Mit dem Förderprojekt muss sich neben der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auch das Berliner Abgeordnetenhaus befassen. Denn der Bezirk, der rund die Hälfte der geplanten Nutzungsfläche anmieten möchte, hofft auf einen Zuschuss des Landes in Höhe von bis zu 2,2 Millionen Euro. Das Geld soll aus dem Fördertopf „Aktives Zentrum Lichtenrade kommen, dafür zuständig ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Aufwertung für Lichtenrade


Ob das Projekt wie geplant verwirklicht werden kann, wird maßgeblich von der Förderung durch das Land und den Bezirk abhängen. „Die Senatsverwaltung hat uns mitgeteilt, dass sie das Projekt grundsätzlich für förderungswürdig hält“, sagte Stadträtin Jutta Kaddatz der Berliner Morgenpost. „Wir hoffen nun auf möglichst große Unterstützung. Die Region Lichtenrade würde damit ungemein aufgewertet.“


Nach derzeitigem Stand soll das Gebäude zwischen Bahnhof Lichtenrade und Steinstraße für 4,6 Millionen Euro so umgebaut werden, dass der Bezirk darin Kultur- und Bildungseinrichtungen unterbringen kann. Zugrunde liegen dem Finanzierungskonzept wirtschaftliche Berechnungen des Investors und des vom Bezirk beauftragten Architekten. Neben dem Land soll sich auch der Bezirk an der Förderung beteiligen, allerdings mit einer kleineren Summe.


Thomas Bestgen, Geschäftsführer des Unternehmens UTB Projektmanagement, hat die dem Verfall preisgegebene Alte Mälzerei 2016 gekauft und baut sie nun um. Zudem soll ein neues Stadtquartier mit rund 200 neuen Wohnungen entstehen. Geplant sind unter anderem auch kleinere Geschäfte und ein großer Stadtplatz.

Über 3000 Quadratmeter Mietfläche


In der Alten Mälzerei selbst ist eine Mischung aus privater und öffentlicher Nutzung vorgesehen. Der Bezirk will etwa 3100 Quadratmeter anmieten. Die Pläne für das Gebäude sehen folgende Nutzung vor: Im Erdgeschoss und im 1. Stock soll die Edith-Stein-Bibliothek einziehen, im 2. Obergeschoss könnten die Volkshochschule (VHS) und die Musikschule Platz finden. Geplant ist auch ein Café, das mit der Bibliothek verbunden ist. Die Lehrküche der VHS im 1. Stock soll an den Bereich angrenzen, der von der Suppenküche Lichtenrade e.V. genutzt werden soll.


In der 4. Etage sind unter anderem ein Co-Working Space geplant und Räume für eine Tanzschule. Im 5. Stock und im Dachgeschoss soll das künftige "Experimentarium" des Jugendmuseums unterkommen. Das Bildungsangebot dort würde sich an Kinder ab 6 Jahre richten. „Die Alte Mälzerei bietet die große Chance, Kultur und Soziales unter einem Dach zu vereinen“, betont Kulturstadträtin Kaddatz. „Wenn dieses Projekt gelingt, ist dies als Gesamtleistung des Bezirksamtes zu würdigen.“

Mietvertrag soll zu Ende verhandelt werden


Das Bezirksamt hat an diesem Dienstag beschlossen, dass der Mietvertrag des Bezirks nun zur Unterschriftsreife verhandelt wird. Erst danach sollen die Vorlagen für die Entscheidungen in der Bezirksverordnetenversammlung und im Abgeordnetenhaus auf den Weg gebracht werden.

Update: Der Mietvertrag für die alte Mälzerei ist zu Ende verhandelt. Dies teilte Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) jetzt vor dem Stadtentwicklungsausschuss mit. Die Senatsverwaltung hat das Vorhaben grundsätzlich als förderungswürdig eingestuft. Nun soll der Förderantrag gestellt werden und eine entsprechende Beschlussvorlage der Bezirksverordnetenversammlung im Januar vorgelegt werden.