Kulturförderung

Finanzspritze für Kinder- und Jugendtheater Morgenstern

Das Theater Morgenstern bekommt vom Kultursenat Sondermittel in Höhe von knapp 30.000 Euro. Eine Schließung ist aber nicht abgewendet.

Das Kinder- und Jugendtheater Morgenstern im Rathaus Friedenau kämpft ums Überleben:  Die Betreiber Pascale Senn Koch (links) und    Daniel Koch (rechts) mit den Schauspielern von links Selim Cinar, Esther Geyer und Tobias Löschberger.

Das Kinder- und Jugendtheater Morgenstern im Rathaus Friedenau kämpft ums Überleben:  Die Betreiber Pascale Senn Koch (links) und    Daniel Koch (rechts) mit den Schauspielern von links Selim Cinar, Esther Geyer und Tobias Löschberger.

Foto: Gudrun Mallwiitz / Gudrun Mallwitz

Berlin. Gute Nachricht für das Kinder- und Jugendtheater Morgenstern im Rathaus Friedenau: der Kultursenat stellte Sondermittel in Höhe von knapp 30.000 Euro für eine neue Bestuhlung und Zuschauerpodeste zur Verfügung. Der Spielbetrieb kann nun für die kommenden drei Monate aufrechterhalten werden.

„Wir haben mit diesem Termin große Hoffnungen verknüpft. Die Notlösung, die uns Kultursenator Klaus Lederer in Aussicht gestellt hatte, besteht aus einer Summe, mit der wir den Spielbetrieb im kommenden Jahr großzügig gerechnet drei Monate lang aufrechterhalten können. Eine ganzjährige Spielzeit ist damit in keiner Weise abgesichert“, sagen Theatermacher Pascale Senn Koch und Daniel Koch.

Drohende Schließung verschiebt sich nur

Das Morgenstern arbeitete bislang ohne jegliche Unterstützung durch den Senat. Nach Wunsch der Theatermacher soll sich das aber ändern. Sie wollen regelmäßig fließende Landesmittel. „Es muss eine Lösung für eine langfristige Förderung des Theaters erarbeitet werden. Ansonsten führt an der Schließung des Morgenstern kein Weg vorbei“, erklären die Theatermacher.

Theater ist in finanzielle Schieflage geraten

Am 1. November 2018 informierte das Theater die Öffentlichkeit über die prekäre Lage. „Inzwischen sind wir in eine finanzielle Schieflage geraten, die nicht haltbar ist“, so Pascale Senn Koch. Das mittellose Theater könne eine innovative Programmgestaltung nicht gewährleisten. Ziel sei es aber, vermehrt neue Wege in der Kinder- und Jugendarbeit auszuprobieren. Nötig seien dafür tragfähige Strukturen: eine feste Hilfe im Büro, eine Teilzeitkraft für Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Projektleitung für die Spielplangestaltung und Betreuung der Veranstaltungen. Vor allem auch Programm-Mittel, um eine adäquate Honorierung der Künstler zu gewährleisten.

Fast 420.000 Besucher in 24 Jahren


Die bisherige Bilanz des einzigen Kinder- und Jugendtheaters im Südwesten Berlins, das nun auf der Kippe steht, klingt beeindruckend: 33 Inszenierungen gab es bislang, 419.844 kleine und große Besucher kamen in die insgesamt 3256 Vorstellungen.

Inzwischen haben knapp 2300 Unterstützer bei der Online-Petitionsplattform openpetition.de für den Erhalt des Theaters unterschrieben. Sie richtet sich an den Kultursenator.

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