Immobilien

Streit um Grundstück am Südkreuz

Der Bezirk sieht großes Potenzial für Ansiedlungen am Südkreuz, die Wasserwerke wollen dort aber weiter ihre Fahrzeuge abstellen.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hätte gerne, dass das Grundstück  am Werner-Voß-Damm beim Bahnhof am Südkreuz anders genutzt wird. 

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hätte gerne, dass das Grundstück  am Werner-Voß-Damm beim Bahnhof am Südkreuz anders genutzt wird. 

Foto: Privat

Berlin. Um den Bahnhof Südkreuz herum haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Unternehmen angesiedelt. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist stolz auf die dortige Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist. So entsteht in dem sogenannten Stadtumbaugebiet ein neuer Ortsteil mit knapp 1800 Wohnungen. Für Verstimmung sorgt da der Plan der Berliner Wasserbetriebe (BWB), das Grundstück am Werner-Voß-Damm 51-57 auch künftig dafür nutzen wollen, um Fahrzeuge abzustellen und warten.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat daher das Bezirksamt gebeten, sich bei den zuständigen Stellen des Senats nochmals mit Nachdruck "für eine adäquate städtebauliche Entwicklung" um den Bahnhof Südkreuz einzusetzen. Die Antwort liegt inzwischen vor und fällt für den Bezirk enttäuschend aus.

Wirtschaftssenatsverwaltung gegen Verlagerung

Die von Senatorin Ramona Pop (Grüne) geführte Wirtschaftsverwaltung ließ jüngst mitteilen, dass sie eine Verlagerung des Wasserbetriebe-Stützpunktes an einen anderen innerstädtischen Standort mangelnder landeseigener Gewerbeflächen nicht unterstützen könne.

"Hinterhofnutzung in Premium-Lage"

Christoph Götz, der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende in der BVV Tempelhof-Schöneberg, spricht nun von einem Stück aus dem Tollhaus. "Die öffentliche Hand hat in den letzten Jahren 28 Millionen Euro investiert, um die positive Standortentwicklung am Südkreuz zu befördern. Viele Firmen haben das begriffen und nutzten die Dynamik für sich", betont Götz. "Und was machen die Wasserbetriebe? Sie wollen in Premium-Lage weiter Hinterhofnutzung betreiben."

Top-Ansiedlungen um den Bahnhof Südkreuz

Ein einzigartiges Kompetenz-Cluster entwickele sich um den Bahnhof Südkreuz rund um das Thema Energie und Versorgung, führt der SPD-Vizefraktionschef an. Der Energiekonzern Vattenfall lasse sich seine neue Zentrale am Hildegard-Knef-Platz bauen, die Berliner Stadtreinigung BSR ziehe ihre Hauptverwaltung auf einem eigenen Grundstück „vis-a-vis“ des Bahnhofs zusammen, das Europäische Energieforum EUREF mit einer Vielzahl von Unternehmen aus dem Bereich Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität liege in Fußweite. Auch die GASAG siedele sich an, die Netzgesellschaft dränge ebenfalls auf den EUREF-Campus. Aus Sicht der Tempelhof-Schöneberger SPD-Fraktion werden mit dem Beharren der Berliner Wasserbetriebe auf den Status quo bei der Nutzung des Grundstücks große Chancen vertan.

Wasserbetriebe wollen Werkstätten zentralisieren

Wie Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) den Bezirksverordneten jüngst mitteilten, bezeichnen die Wasserbetriebe den Standort am Werner-Voß-Damm als unverzichtbar. Bei Anlagenstörungen könnten die Techniker von dort schnell ausrücken. Außerdem sei eine weitere Nutzung des Geländes geplant: Künftig sollen die Werkstätten des Technischen Services der Berliner Wasserbetriebe auf dem Areal am Südkreuz zentralisiert werden. Auf die Forderung des Bezirks eingehend, hieß es aber zumindest, es werde geprüft, wie das Grundstück optimal ausgenutzt und der städtischen Entwicklung der unmittelbaren Umgebung Rechnung getragen werden könne.

SPD-Vizefraktionschef: Hauptverwaltung zum Südkreuz


"Wir hatten die Hoffnung, dass die Chefetage der Wirtschaftssenatsverwaltung korrigierend eingreift. Hier werden wir jetzt enttäuscht", betont Götz. Er schlägt vor: "Wenn die Wasserbetriebe und Senatorin Pop das Grundstück tatsächlich nicht hergeben wollen, sollten die Wasserwerke mit ihrer Hauptverwaltung zum Südkreuz kommen und Teil des neuen Kompetenz-Clusters werden." Das Angebot aus Tempelhof-Schöneberg lautet: "Raus aus dem Hexenhaus am Molkenmarkt und herzlich willkommen im frischen Wind am Südkreuz."

Mehr Nachrichten aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg lesen Sie hier.

Nie mehr was verpassen - treten Sie unserer Facebook-Gruppe Unser Tempelhof-Schöneberg bei.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.