Geschichte

750.000 Euro für Gedenken zum 70. Jubiläum der Luftbrücke

Wer Lotto gespielt hat, unterstützte die geplante Gedenkveranstaltung zum 70. Jubiläum des Endes der Berliner Luftbrücke.

Erinnerungen an 1948: Kinder winken von einem Trümmerberg einem US-Transportflugzeug zu, das während der Blockade durch die Sowjets Versorgungsgüter nach West-Berlin bringt.

Erinnerungen an 1948: Kinder winken von einem Trümmerberg einem US-Transportflugzeug zu, das während der Blockade durch die Sowjets Versorgungsgüter nach West-Berlin bringt.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Lotto-Stiftung stellt anlässlich des 70. Jubiläums der "Berliner Luftbrücke" 750.000 Euro zur Verfügung. Sie unterstützt damit die Gedenk- und Festveranstaltung, die am 12. Mai nächsten Jahres auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof geplant ist und an das Ende des einstigen Versorgungskorridors der Westmächte erinnern soll. Wie die Stiftung jetzt mitteilte, ist dies eines von 32 gemeinnützigen Projekten, für die aktuell Geld zugesagt wurde.

Interaktive Ausstellungen

Geplant ist, dass auf dem Vorfeld des einstigen Airports und in den Hangars 4 und 5 zur Erinnerung an die Zeit der Blockade durch die Sowjets im Kalten Krieg und die Versorgung durch die Alliierten interaktive Ausstellungen mit historischen Film- und Fotoaufnahmen gezeigt werden. Zeitzeugen sollen außerdem von den damaligen Erlebnissen berichten. Weitere Kooperationspartner wie das AlliiertenMuseum in der Clayallee, wo ein britisches Transportflugzeug Hastings TG 503 aus der Zeit der Luftbrücke steht, werden einbezogen werden, heißt es. An dem Konzept arbeiten die landeseigene Tempelhof Projekt GmbH zusammen mit dem Senat.

2,34 Millionen Tonnen Fracht für Berliner

Vom 26. Juni 1948 an landeten fast ein Jahr lang 277.569 Versorgungsflugzeuge in West-Berlin. Die „Rosinenbomber“ der U.S. Air Force und der Royal Air Force brachten 2,34 Millionen Tonnen Fracht in die Stadt – Kohle und Medikamente, Trockenmilch und Mehl, Benzin und Papier. Sie sicherten trotz der sowjetischen Blockade aller Land-, Schienen- und Wasserwege zwei Millionen Menschen das Überleben.

Im Durchschnitt alle 62 Sekunden eine Landung

Wie aus der Chronik des Alliertenmuseums hervorgeht, wurde die Höchstleistung der Luftbrücke in der Osterparade am 16. April erreicht. In 1.398 Flügen wurden damals 12.940 Tonnen innerhalb von 24 Stunden nach Berlin geflogen, so dass im Durchschnitt alle 62 Sekunden ein Flugzeug mit Gütern in Berlin landet.

Am 12. Mai konnten Autos und Züge wieder fahren. Die Blockade Berlins war aufgehoben. Die Luftbrücke nach Berlin blieb zunächst aber weiter bestehen. Der offizielle Abbau der Luftbrückeneinsätze begann am 1. August. Am 30. September fand der letzter Luftbrücken-Flug der US-Luftwaffe nach Berlin statt und am 6. Oktober der letzte Luftbrücken-Flug der britischen RAF nach Berlin.

5,3 Millionen Euro mehr für gemeinnützige Zwecke

In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Stiftungsrat der Lotto-Stiftung Berlin unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) über 18,3 Millionen Euro ausgeschüttet. Da von jedem bei Lotto Berlin eingesetzten Euro mindestens 20 Cent in die Lotto-Stiftung fließen, wurden den Angaben zufolge dafür 91,6 Millionen Tipps bei Lotto gespielt. Damit habe die Lotto-Stiftung in diesem Jahr über 53 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt - 5,3 Millionen Euro mehr als 2017.

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