Tempelhof-Schöneberg

Kriminalität: Gefahr rund um den Nollendorfplatz

| Lesedauer: 2 Minuten
Autos und ein BVG-Bus sind nahe dem sogenannten Sozialpalast mit Böllern und Feuerwerkskörpern beworfen worden.

Autos und ein BVG-Bus sind nahe dem sogenannten Sozialpalast mit Böllern und Feuerwerkskörpern beworfen worden.

Foto: dpa Picture-Alliance / Stefan Jaitner / picture alliance / Stefan Jaitne

Im Süden Tempelhof-Schönebergs lebt es sich sicher. Der Norden bereitet allerdings Sorgen.

Berlin. Es ist gerade drei Wochen her, da wurden vorbeifahrende Autos und ein BVG-Bus an der Pallas- und der Potsdamer Straße von bis zu 100 Menschen mit Feuerwerkskörpern und Böllern beworfen. Für die Polizei bedeutete der Angriff einen Großeinsatz: 63 Kinder und Jugendliche wurden kontrolliert. An der Goebenstraße, Ecke Steinmetzstraße warf ein maskierter Unbekannter einen Brandsatz auf ein Polizeiauto.

Die Beamten sind derlei gewohnt. Auch wenige Hundert Meter weiter werden die Einsatzkräfte immer wieder herbeigerufen. Der Kiez rund um den Nollendorfplatz und den sogenannten Regenbogenkiez rund um die Motzstraße hat die Polizei sogar zum kriminalitätsbelasteten Ort erklärt, an dem die Beamten erweiterte Kontrollrechte haben.

Der von der Polizei erstellte Kriminalitätsatlas listet das Viertel Schöneberg-Nord denn auch auf dem 16. von 318 Plätzen der gefährlichsten Viertel der Stadt auf. Die Zahl der hier regis­trierten Straftaten ist in den vergangenen Jahren zwar leicht gesunken. Doch ob Raub, Straßenraub oder Körperverletzungen: In Schöneberg Nord werden Kriminelle deutlich häufiger aktiv als im übrigen Stadtgebiet. Auch beim Einbruch in Wohnräume ist das Viertel stärker belastet. Selbst beim Fahrraddiebstahl liegt das Viertel im negativen Sinn an der Spitze der Statistik.

Nach Süden hin wird es ruhiger in Tempelhof-Schöneberg. Hier gibt es weniger oder gar keine Schwulenkneipen mehr, also auch keine schwulenfeindlichen Übergriffe, weniger Geschäfte, also auch weniger Einbrüche in Geschäfte, weniger Passanten oder gar Touristen, also auch weniger Straßenkriminalität.

In Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade ist es eher ruhig

Das wohnlich ruhige, aber durchaus dicht besiedelte Friedenau rangiert im Berlin-Vergleich im Mittelfeld der Kriminalität. In Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade nimmt die Zahl der Straftaten – wie in den meisten Fällen in Richtung Stadtrand – kontinuierlich ab. Allein die Zahl der Wohnraumeinbrüche war in Lichtenrade mit 127 Fällen in 2017 bezogen auf die Einwohnerzahl etwas höher als im Berliner Durchschnitt. Im Vergleich mit anderen Quartieren, die am Stadtrand liegen, ist die Belastung aber im Schnitt.

Auffällig ist, dass die Polizei im Ortsteil Tempelhof besonders viele Diebstähle aus Autos registrierte. Mit 876 Fällen rangiert Tempelhof in dieser Deliktkategorie im berlinweiten Vergleich auf einem traurigen 9. Platz. Der Gesamtbezirk Tempelhof-Schöneberg liegt mit knapp 40.000 registrierten Straftaten im stadtweiten Vergleich und gemessen an der Einwohnerzahl im Mittelfeld des Kriminalitätsatlas.