Bücherei

Thomas-Dehler-Bibliothek in Schöneberg soll schließen

Trotz Ehrenamt vor dem Aus: Die Thomas-Dehler-Bibliothek am Wartburgplatz soll wegen angeblich hoher Verluste zumachen.

Hannelore Jantzer (v.l.), Bärbel Tirl und Irene Friedländer gehören zu den Ehrenamtlichen der Thomas-Dehler-Bücherei.  

Hannelore Jantzer (v.l.), Bärbel Tirl und Irene Friedländer gehören zu den Ehrenamtlichen der Thomas-Dehler-Bücherei.  

Foto: Gudrun Mallwiitz / Gudrun Mallwitz

Berlin.  Vor kurzem erst wurden die 18 Mitarbeiter der Thomas-Dehler-Bibliothek am Wartburgplatz in Schöneberg für ihr ehrenamtliches Engagement mit einer Ehrennadel ausgezeichnet. „Wir kümmern uns gern“, sagt Bärbel Tirl. Die pensionierte Lehrerin hilft seit 13 Jahren mit, die kleine Bücherei zu erhalten. Doch der Bezirk wollte die einzige ehrenamtlich betriebenen Bezirksbibliothek in Berlin schon 2002 schließen. Das verhinderte ein Freundeskreis. Jetzt steht die Einrichtung erneut zur Diskussion.

Nach amtlicher Rechnung erwirtschaftet die Einrichtung Verluste. „Das kommt daher, dass sie nach einem Beschluss des Rates der Bezirke anders als die Einrichtungen, in denen ausgebildete Bibliothekare angestellt sind, nur noch Entleihungen berechnen darf“, so der Vorsitzende des Kulturausschusses und grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg. Besuche von Schulklassen oder Autorenlesungen tauchten in der Kosten-Leistungs-Rechnung nicht auf. Dabei ist die Bibliothek mit 15.000 Medien eine wichtige Anlaufstelle. Bei der Medienausleihe macht sie rechnerisch sogar 30.000 Euro Gewinn im Jahr.

Die Grünen wollen in die Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag einbringen, die Bücherei zu erhalten. Das Bezirksamt soll sich beim Rat der Bürgermeister dafür einsetzen, dass die Kosten-Leistungs-Rechnung geändert wird. „Eine ehrenamtliche Bezirksbibliothek ist ein kultureller Treff“, sagt von Boxberg.

Seit Jahren leihen sich Mona Hauch und ihre Tochter hier Bücher und DVDs aus. „Wir wohnen am Wittenbergplatz und kommen seit Ewigkeiten her“, sagt Eva Hauch. „Es wäre schade, wenn die Bibliothek schließen müsste.“

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