Sanierung

St.Matthias-Kirche am Winterfeldtplatz mit neuem Schmuck

Wer nach oben schaut, darf staunen über Balustrade und Türmchen an der Kirche am Winterfeldtplatz. Nächste Woche ist das Gerüst weg.

Der Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Matthias am Winterfeldtplatz, Josef Wieneke freut sich über die Türmchen, die neu gegossen nach Jahrzehnten wieder auf der Kirche zu sehen sind.

Der Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Matthias am Winterfeldtplatz, Josef Wieneke freut sich über die Türmchen, die neu gegossen nach Jahrzehnten wieder auf der Kirche zu sehen sind.

Foto: Gudrun Mallwiitz / Gudrun Mallwitz

Berlin. Ein Kraftakt, der viel Feingefühl erforderte: Mit einem Riesenkran wurden am Mittwoch die letzten neun von zunächst zwölf Fialen auf die St. Matthias-Kirche am Winterfeldtplatz in Schöneberg gehoben. Die Beton- und Naturstein Babelsberg GmbH in Potsdam (BNB) hat die jeweils eine Tonne schweren Verzierungen aus Sonderbeton angefertigt. Besonders haltbar machen soll sie der in ihrem Kern verbaute Edelstahl und das spezielle Material, wie Bauingenieurin Isil Tuganli erläutert.

Nur noch zwei Originale vorhanden

Von den einstigen gotischen Original-Schmuckelementen sind nur noch zwei an der Seite des Kirchturms übrig. Nach und nach sollen die wie kleine Türme aussehenden Fialen auf allen Seiten als nachgebildete Version zurückkehren.

Auch die Balustrade wird um das Dach herum neu gefasst. Teile davon sind bereits montiert. Sie ersetzen die schlichten Waschbetonplatten, die in den 1960er Jahren angebracht waren. Bei Untersuchungen des Dachstuhls hatte sich gezeigt, dass die Platten baufällig geworden waren. Sie mussten aus Sicherheitsgründen entfernt werden. „Die Balustraden wurden freihängend auf den gemauerten Pfeilern gelagert. Im Gegensatz zum Vorbild aus Sandstein sind sie einteilig hergestellt, in Segmentlängen bis zu fünf Metern“, erläutert die Bauingenieurin.

Später sollen alle Schmuckelemente zurückkehren

Nächste Woche wird das Gerüst um die 123 Jahre alte Kirche abgebaut. Dann sind die zwölf Türmchen und 15 Balustradenteile hin zum Winterfeldtplatz noch besser zu sehen. Später sollen auch die restlichen zehn Fialen und zehn Balustraden zur Goltzstraße und zur Gleditschstraße hin zurückkehren. „Solange werden die Formen bei uns im Betonwerk in Babelsberg eingelagert“, sagt die Ingenieurin.

Spenden reichen noch nicht aus

„Unser Ziel ist die Neukonstruktion der neugotischen Balustrade, wie sie vor dem Krieg unsere Kirche geschmückt hat“, sagt Pfarrer Josef Wieneke. Die Pfarrei mit 10.000 Mitgliedern aus 100 Nationen hat dafür bereits viele Unterstützer gewinnen können. „Für die nachgebildeten Fialen und die Balustraden sind bislang Spenden von 87.000 Euro eingegangen“, berichtet der Pfarrer. Für die restlichen veranschlagten 153.000 Euro hofft die Gemeinde auf weitere Zuwendungen.

Zum 150-jährigen Bestehen der Pfarrei laufen seit Monaten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Das marode gewordene Kirchendach ist inzwischen neu gedeckt. Im Inneren aber wird weiter gearbeitet.Ein Brand im Advent 2016 hatte die Wände verrußt und auch die Orgel beschädigt. Vermutlich hatten Kinder in der Spielecke gezündelt, Mobiliar geriet in Brand. Pfarrer Wieneke beschreibt das Ausmaß des Schadens: „Es müssen nun nicht nur die 5600 Orgelpfeifen von einer Spezialfirma gereinigt werden, wir lassen auch das Kircheninnere neu streichen."

Wiedereröffnung am 24. Februar 2019 geplant

Die Kirche ist seit Ende Juni gesperrt, alle Wochentags-Messen finden im Pfarrsaal statt, sonntags das Hochamt um 11 Uhr in St. Elisabeth und die Abendmesse um 19 Uhr in St. Norbert. „Zum 24. Februar 2019, dem Fest des Heiligen Matthias, wollen wir wieder eröffnen“, kündigt Pfarrer Wieneke an.

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