Drogenhilfsangebote

Drogenkonsum-Mobil künftig in Tempelhof-Schöneberg unterwegs

Der Drogenkonsum im Bezirk steigt. Vor allem entlang der U7 und am S-Bahnhof Tempelhof. Nun hat man darauf reagiert.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (dritte von links) und Bezirksstadtrat Oliver Schworck (links) vereinbarten eine Steigerung der Beratungs- und Hilfsangebote für suchtkranke Menschen.Foto: SenGPG

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (dritte von links) und Bezirksstadtrat Oliver Schworck (links) vereinbarten eine Steigerung der Beratungs- und Hilfsangebote für suchtkranke Menschen.Foto: SenGPG

Foto: SenGPG

Berlin. In Tempelhof-Schöneberg wird ab Februar 2019 mindestens dreimal wöchentlich das Drogenkonsum-Mobil des Trägers Fixpunkt e.V. unterwegs sein. Die konkreten Einsatzorte werden derzeit zwischen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und der Suchthilfekoordinatorin des Bezirks abgestimmt. Das Angebot dieser aufsuchenden Drogenhilfe soll von medizinischer Aufsicht während des Konsums über medizinisch-pflegerische Beratung bis hin zur Vermittlung von Hilfsangeboten reichen. Dazu haben Bezirk und Senat jetzt eine Vereinbarung abgeschlossen.

Niedrigschwelliger Zugang zu Hilfsangeboten

"Drogenkranke Menschen benötigen unsere Hilfe", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Mittwoch. "Sie brauchen einerseits einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfsangeboten und zu medizinischer, psychologischer und pflegerischer Beratung und andererseits müssen wir dafür sorgen, dass sie, wenn sie Drogen konsumieren, dies in sauberer Atmosphäre und mit sterilem Drogenbesteck tun." Dies verhindere Krankheiten und sorgt dafür, dass benutztes Besteck nicht im öffentlichen Raum entsorgt wird.

Schworck: "Drogenkonsum nimmt im Bezirk zu"

Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) betonte: "Damit setzen wir einen zentralen Punkt eines entsprechenden Bezirksamtsbeschlusses um. Er erläuterte: "Wir verzeichnen seit Monaten eine Zunahme des öffentlichen Drogenkonsums im Bezirk." Sein Ziel sei deshalb, ein umfassendes bezirkliches Suchthilfesystem aus Beratung, Prävention und begleitender Sozialarbeit zu entwickeln. "Suchtkranke Menschen sollen nicht nur punktuell, sondern langfristig und umfassend mit verschiedenen Angeboten begleitet werden", so der Stadtrat. Das Maßnahmenpaket soll auch das Gesundheitsrisiko für Parkbesucher oder spielende Kinder minimieren. Auf Spielplätzen wird immer wieder benutztes Drogenbesteck gefunden. Wann sogenannte Spritzenabwurfbehälter aufgestellt werden, steht noch nicht fest. Auch sollen verstärkt Streetworker eingesetzt werden.

Konsum entlang der U7 und am S-Bahnhof Tempelhof

Die CDU-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg ist gegen Drogenkonsumraum, hat aber auch für ein Drogenkonsum-Mobil und für Spritzenabwurfbehälter gestimmt. "Ich dränge darauf, dass das Mobil im gesamten Bezirk eingesetzt wird und nicht nur entlang der U7, sagte CDU-Fraktionschef Matthias Steuckardt der Berliner Morgenpost. An der Eisenacher Straße, aber auch am Bayerischen Platz werden immer häufiger Drogen angeboten. "So schlimm wie am S-Bahnhof Tempelhof habe ich es aber sonst nirgendwo gesehen. Dort wird auf der Straße gedrückt", sagte Steuckardt.

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