Behördenpanne

Wie die Hilbertstraße plötzlich zur Hilbartstraße wurde

In Lichtenrade ließ der Bezirk ein neues Straßenschild aufstellen. Auf die Anwohner wartete eine Überraschung.

Die Anwohner staunten nicht schlecht: Statt an der Hilbertstraße wohnen sie nun an der Hilbartstraße.

Die Anwohner staunten nicht schlecht: Statt an der Hilbertstraße wohnen sie nun an der Hilbartstraße.

Foto: Privat

Berlin. Plötzlich war es da: Das neue Straßenschild. "Hat das einen höheren Sinn, dass es nicht mehr Hilbertstraße sondern Hilbartstraße heißt? Habe ich etwas Entscheidendes verpasst?", fragte eine Anwohnerin auf Facebook verwundert. Das war Mitte September. Auch andere Lichtenrader wollen seither unbedingt wissen, weshalb ihre Straße an der Kreuzung Hohenzollernstraße plötzlich einen anderen Namen trägt.

Posse wie der Zick-Zack-Weg

Nachbarn fragten bei den Behörden nach - und bekamen bislang offenbar noch keine Antwort. "Es ist absurd, dass Berlin es nicht einmal schafft, ein Straßenschild richtig zu beschriften", sagte der Bezirksverordnete Patrick Liesener (CDU) der Berliner Morgenpost. "Das Ganze erinnert an den falsch aufgemalten Zick-Zack-Fahrradweg in Zehlendorf."

In Steglitz-Zehlendorf hatte eine Firma einen Radweg an der Leo-Baeck-Straße im Zick-Zack-Muster bemalt, was im Sommer bundesweit als Lachnummer bekannt wurde. Das dortige Bezirksamt bleibt bis heute dabei, dass es den Radweg so nicht in Auftrag gegeben habe. Inzwischen wurde die Markierung weggefräst, allerdings auch ein Teilstück des Radweges, das korrekt aufgemalt wurde, ebenfalls.

Bezirksverordneter: Kontrolle versagte gleich zweimal

Der Lichtenrader CDU-Politiker will bei der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg an diesem Mittwochabend nachhaken. Dazu hat er eine mündliche Anfrage an die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) vorbereitet. „Es kann doch nicht sein, dass in diesem Fall gleich zweimal die Kontrolle versagte, kritisiert Liesener. „Zuerst wurden die ganz offenbar falsch bedruckten Schilder entgegen genommen und dann fiel es offenbar auch niemandem auf, als sie angebracht wurden."

Warum hängt das Schild immer noch da?

Vorbereitet hat der Bezirksverordnete dazu eine mündliche Anfrage an die zuständige Stadträtin. Er will von ihr erfahren: „Wann wird das neu angebrachte Straßenschild für die Hilbertstraße an der Einmündung zur Hohenzollernstraße durch eines mit korrekter Schreibweise des Straßennamens ersetzt?“ Außerdem soll Christiane Heiß die Frage beantworten, wie es dazu kommen konnte, dass ein Straßennamenschild mit falscher Schreibweise bestellt und angebracht worden ist - und nach Wochen immer noch nicht ausgetauscht ist.

Bezirksstadträtin Christiane Heiß sagte am Mittwoch in der BVV, das Straßenschild sei am 13. September angebracht worden. Am Tag darauf wurde ihr zufolge der Fehler bemerkt. Daraufhin sei der neue Auftrag an das Unternehmen ausgelöst worden. „Sobald das Schild geliefert ist, wird es ersetzt“, versprach Heiß.

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