Berlin

Keine Sponsoren am Flughafen Tempelhof

Der Tag der offenen Tür im Flughafen Tempelhof war erheblich teurer als 2017. Doch der Senat bemühte sich nicht um Werbeeinnahmen.

Besucher besichtigen das Vorfeld des Flughafens Tempelhof beim "Tag der offenen Tür" und dem gleichzeitigem Sommerfest des ehemaligen Flughafens. Im Hintergrund steht eine C-54 Skymaster, die militärische Transportversion der legendären Douglas DC-4. Das Flugzeug gelangte als Rosinenbomber zu Berühmtheit

Besucher besichtigen das Vorfeld des Flughafens Tempelhof beim "Tag der offenen Tür" und dem gleichzeitigem Sommerfest des ehemaligen Flughafens. Im Hintergrund steht eine C-54 Skymaster, die militärische Transportversion der legendären Douglas DC-4. Das Flugzeug gelangte als Rosinenbomber zu Berühmtheit

Foto: Carsten Koall / dpa

Der Tag der offenen Tür am ehemaligen Flughafen Tempelhof Anfang September war ein Publikumsmagnet. Bis zu 25.000 Besucher wurden gezählt, kaum mehr als im vergangenen Jahr. Wegen eines geänderten Sicherheitskonzepts kletterten die Kosten indes auf 400.000 Euro, 2017 lagen sie bei 250.000 Euro. Für die Veranstaltung ist letztlich die von Katrin Lompscher (Linke) geleitete Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verantwortlich. Die arbeitet nicht mit Sponsoren zusammen, um die Kosten zu reduzieren. Das geht aus der Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Abgeordneten Sibylle Meister hervor. Sie ist noch nicht veröffentlicht und liegt der Berliner Morgenpost exklusiv vor.

Auf Meisters Frage nach Sponsoren antwortet die Verwaltung, dass das Rahmenprogramm ausschließlich in Zusammenarbeit mit Mietern und Partnern des Flughafengebäudes bestritten worden sei. Dazu gehörten etwa Bürgerinitiativen, Vereine im Zusammenhang mit der ehemaligen Flüchtlingsnotunterkunft sowie das Alliiertenmuseum. „Aus diesen Gründen wurde auf kostenpflichtige Teilnahmemöglichkeiten verzichtet“, heißt es.

Kosten trägt die landeseigene Tempelhof Projekt GmbH

Folglich wurden auch keine Einnahmen durch Sponsoren erzielt. Lediglich auf dem Fest vertretene Gastronomen mussten eine Konzessionszahlung von 12.350 Euro brutto leisten. Schließlich wird ausgeführt, dass die Kosten, die nicht durch Einnahmen gedeckt sind, die landeseigene Tempelhof Projekt GmbH trägt. Die GmbH veranstaltet den Tag der offenen Tür im Auftrag der Senatsverwaltung.

Die FDP-Abgeordnete Meister kritisiert diese Form der Finanzierung. Sie moniert, dass das Budget trotz ungefähr gleichgroßer Besucheranzahl sehr stark gestiegen sei. Dennoch verzichte der Senat komplett darauf, trotz höherer Ausgaben Standmieten und Werbeeinnahmen zu akquirieren. „Das Land bezuschusst die Tempelhof Projekt GmbH mit 20 Millionen Euro pro Jahr. Während für den Tag der offenen Tür mal eben das Budget verdoppelt wird, kommt jedoch die eigentliche Aufgabe der Projekt GmbH, nämlich die Instandhaltung und Weiterentwicklung des ehemaligen Flughafengebäudes, nur schleppend voran“, sagte Meister der Berliner Morgenpost.

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