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Leichnam freigegeben

Erschossener Nidal R. wird am Donnerstag beigesetzt

Der erschossene Intensivtäter Nidal R. wird in Schöneberg bestattet. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein.

Mehrere Schüsse trafen Nidal R. am Rande des Tempelhofer Feldes.

Foto: Morris Pudwell

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Berlin. Der Leichnam des Intensivstraftäters Nidal R. ist am Dienstag auf Anweisung der Staatsanwaltschaft von der Gerichtsmedizin nach erfolgter Obduktion freigegeben worden. Der 36-Jährige war am vergangenen Sonntagabend in Neukölln vor den Augen seiner Familie erschossen worden.

Vermutlich zwei Unbekannte hatten achtmal auf Nidal R. geschossen, er starb wenig später im Krankenhaus. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll Nidal R. am Donnerstag auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof am Werdauer Weg in Schöneberg beigesetzt werden. Die Polizei wird präsent sein, rechnet laut Polizeisprecher Thomas Neuendorf aber nicht mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Vielmehr sollten die vermutlich zahlreichen Trauergäste abgeschirmt werden. Auch der Verkehr müsse geregelt werden. Es werde eine Menschenmenge erwartet.

Der Zwölf-Apostel-Friedhof verfügt seit Juni 2015 über ein islamisches Gräberfeld. Es handelt sich um das erste muslimische Gräberfeld auf einem evangelischen Friedhof in Berlin. Auch sarglose Bestattungen sind hier möglich.

Ermittler führen Gefährderansprachen durch

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Im Mai 2015 kamen etwa 3000 Menschen zur Beisetzung von Aziz und Ahmad A., Brüder, die einer arabischen Großfamilie angehörten. Die bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Brüder wurden auf dem muslimischen Friedhof am Columbiadamm beigesetzt.

Die Ermittlungsbehörden versuchen nach LKA-Angaben, Racheakte zu verhindern. Demnach gibt es auch sogenannte Gefährderansprachen, in denen die Polizei Personen anspricht, von denen Gewalt ausgehen könnte. Damit soll signalisiert werden, dass man sie im Blick hat. Es würden aber auch gefährdete Menschen angesprochen. Auch Nidal R. soll von der Polizei vor einem Anschlag gewarnt worden sein.

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