Wirtschaftsbericht

In Tempelhof-Schöneberg werden die Gewerbeflächen knapp

Flächen für Firmen werden in Tempelhof-Schöneberg knapp. Im vergangenen Jahr gab es auch weniger Gewerbeanmeldungen im Bezirk.

Das KaDeWe am Tauentzien

Das KaDeWe am Tauentzien

Berlin. Mit fast 29.000 registrierten Unternehmen und mehr als 200.000 Beschäftigten gilt Tempelhof-Schöneberg als einer der größten Wirtschaftsstandorte Berlins. Hier ist das luxuriöse Kaufhaus des Westens (KaDeWe) angesiedelt, aber auch produzierendes Unternehmen wie Daimler und Bahlsen und unzählige innovative Start-Up-Betriebe haben sich etabliert. Der Tourismus boomt vor allem rund um den Tauentzien. Doch auch in Tempelhof-Schöneberg werden die Gewerbeflächen zunehmend knapp.

„Was auf dem Wohnungsmarkt passiert, zeigt sich auch auf dem Gewerbemarkt“, sagt Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), die gleichzeitig Wirtschaftsdezernentin ist. Womöglich ist dies einer der Gründe dafür, dass im vergangenen Jahr weniger Gewerbe angemeldet wurden als noch 2016. „Gerade für kleine Unternehmen wie Handwerksbetriebe wird es schwerer“, sagte Schöttler der Berliner Morgenpost.

Laut dem jetzt vom Bezirksamt vorgelegten Wirtschaftsbericht wurden 2017 insgesamt 4178 Gewerbeanmeldungen registriert, also gut 200 weniger als im Vorjahr. Allerdings war zuvor die Zahl von 2015 auf 2016 deutlich gestiegen. „Vor allem kleinere Betriebe haben inzwischen Probleme, einen Platz zu finden“, stellt Schöttler fest. Gerade Handwerksbetriebe, Manufakturen und andere Kleinunternehmen seien nicht in der Lage, diese Mietsteigerungen zu tragen.

Insgesamt aber zeigt sich ein positives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung des Bezirks: 2017 gab es 4178 Gewerbeanmeldungen und 3252 Abmeldungen – das ergibt also ein Plus von 926 neuen Betrieben. Obwohl auch Tempelhof-Schöneberg in den vergangenen Jahrzehnten vom Strukturwandel in der Wirtschaft der Stadt betroffen war, verfüge der Bezirk nach wie vor über eine gute Gewerbestruktur, heißt es in dem Wirtschaftsbericht, der die Jahre 2016 bis 1018 beleuchtet. Die positive Entwicklung untermauern auch die sinkenden Arbeitslosenzahlen seit 2013. Zum Jahresende 2017 wurde ein Tiefstand von 14.321 Arbeitslosen erreicht, das sind 3500 weniger als noch vor fünf Jahren.

In den vergangenen Jahren investierten Unternehmen kräftig im Bezirk. So wurde im Januar dieses Jahres der IoT-Campus von Bosch an der Ullsteinstraße in Tempelhof eröffnet. 250 Mitarbeiter entwickeln auf drei Etagen des Quartiers

Lösungen für die Vernetzung nahezu aller Bereiche des Lebens: Mobilität, Industrie, Energiesysteme. Die Zahl der Mitarbeiter soll dort in den kommenden Jahren auf 400 steigen.

Auf dem sogenannten Euref-Campus am zwischen S-Bahnhof Schöneberg und Südkreuz entsteht gerade die neue Unternehmenszentrale der Gasag, 2020 soll das Gebäude fertig gestellt werden. 2021 wird die Vattenfall-Deutschlandzentrale am Bahnhof Südkreuz eröffnen. Ein weiteres Beispiel: India Dreusicke Formenbau, die Gehäuse die Telekommunikationsindustrie und den Maschinenbau produzieren, will einen weiteren Standort an der Sperenberger Straße schaffen, geplante Investitionen: rund 7 Millionen Euro. Optimistisch zeigt sich die Bürgermeisterin, dass es nicht zu befürchteten Verlusten von

Industriearbeitsplätzen beim US-Konzern General Electric in Marienfelde und beim Klingen-Hersteller Gillette kommen wird.

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